Gemeinschaftsgrundschule Engelbertstraße

 

 
 

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Medienkonzept

 

 

 

 

Das MEDIENKONZEPT unserer Schule ist Teil des Schulprogramms und wird regelmäßig aktualisiert und von der Schulkonferenz beschlossen. HIER geht es direkt zum SCHULPROGRAMM

15. Neue Medien und Technologien

Vorbemerkung:

Medien gehören historisch seit Beginn zum Unterricht. Wenn hier von einem Medienkonzept gesprochen wird, so wird davon ausgegangen, dass alle bisher bekannten und genutzten Medien weiterhin ihren Eingang im bekannten Kontext finden. In so weit soll es in diesem Konzept nur darauf ankommen, die Einbindung der neuen Medien, insbesondere des Computers, zu beschreiben.

Die Grundschule Engelbertstraße setzt sich seit mehr als 10 Jahren mit der Frage der Einbindung neuer Medien in Unterricht und Verwaltung auseinander und hat schon im Jahr 1998 ein erstes Konzept vorgelegt.  Deshalb ist dies Konzept als Fortschreibung zu bewerten.

15. 1. Verwaltung und Schule

Über die Jahre hinweg wurde kontinuierlich versucht, verbesserte Rahmenbedingungen bzw. größere Spielräume für die Kernaufgaben von Schule zu schaffen, indem auch im Verwaltungsbereich entsprechend dem jeweiligen technischen Fortschritt die Möglichkeiten der EDV genutzt wurden. Dies galt und gilt nicht nur für Statistik, Schülerdatenverwaltung und Stundenplangestaltung sondern auch z. B. schon frühzeitig für die Erstellung von grundschuladäquaten Zeugnisformularen, diversen Formblättern für den Bereich der Klassenführung sowie für die Erstellung von regelmäßigem oder zusätzlichem Informationsmaterial für Eltern und Schüler.

15. 2. Resümee bisheriger Erfahrungen

Vergleicht man das Medienkonzept aus dem Jahr 1998 mit den vorliegenden Überlegungen, so fällt die rasante Entwicklung auf, die der Bereich um den Einsatz von Computern im Unterricht auch in diesem kurzen Zeitabschnitt genommen hat:

 

·     Zum einen ist und bleibt der Einsatz von einem bis zu vier Computern (die auch die Nutzung des Internets bieten sollten) in der Medienecke der einzelnen Klasse weiterhin Praxis und Ziel.

 

·     Zum anderen haben die Erfahrungen aber gezeigt, dass es zur Entlastung vor allem der Klassenlehrkraft dringend notwendig ist, Kurse bestimmter Inhalte möglichst zusätzlich zum Unterricht in den Fächern der Stundentafel anzubieten. Der Einsatz in der Klasse setzt zu oft Grundkenntnisse oder weiterführende EDV-Kenntnisse voraus, die die Klassenlehrkraft im normalen Unterricht bei Bedarf zu bestimmten Schnittstellen nicht mal eben vermitteln kann.

·     Ferner zeigt sich an unserer Schule seit einigen Jahren immer stärker, dass der z. B. im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften angebotene zusätzliche Unterricht gerade aus emanzipatorischen, kompensatorischen oder auch Gründen des gesellschaftlichen Ausgleichs und der Chancengleichheit dringend geboten ist. In kaum einem anderen unterrichtlichen Bereich dokumentiert sich das soziale Gefälle innerhalb einer Klasse zur Zeit so stark wie im Bereich des Umgangs mit Computern! Dies ist abhängig vor allem von Bildungsniveau und Bildungsanspruch der Eltern, vom Verhältnis der Eltern zur Arbeit mit Computern und von den finanziellen Möglichkeiten, den Kindern ein Gerät zur Verfügung zu stellen. So gibt es bereits Lernanfänger, die von Eltern systematisch in den Umgang mit Computern eingeführt werden, aber auch Kinder der Abschlussklasse, die außer mit Videospielen in Kaufhäusern oder bei Freunden außerschulisch noch nie die Chance hatten, (sinnvoll) mit Computern zu umzugehen. Gerade zur Förderung auch dieser Kinder (und im Blick auf den Grundschulauftrag) ist es bei den Computer-Arbeitsgemeinschaften der Schule wichtig, grundsätzlich keine leistungshomogenen(Klein)Gruppen zu bilden. Besondere Vorhaben mögen hiervon ausgenommen bleiben.

15. 3. Medienerziehung als Querschnittsaufgabe

Nach wie vor gilt: Medienerziehung muss als Querschnittsaufgabe[1] verstanden werden.

Kinder werden in allen Schulfächern lernen müssen, kompetent mit alten und neuen Medien umzugehen. Stichwortartig genannt seien der Umgang mit Zeitungen, Büchern, Hörfunk, Fernsehen, Video, Computer, Telekommunikation, Internet, Multimedia. Eine Analyse der gültigen Richtlinien und Lehrpläne ergibt schon heute eine Fülle von medienpädagogischen Themenstellungen und konkreten medienerzieherischen Zielen. Dabei korrespondiert der Umgang mit (neuen) Medien geradezu mit dem schulischen Auftrag zur Erziehung zu sachgerechtem, selbstbestimmten, -gesteuertem, und -kontrolliertem, kreativem und sozial verantwortlichem Handeln. Damit ist Medienbildung mehr als der gekonnte Umgang mit dem Computer: Sie erweitert und ergänzt die bisherigen Kulturtechniken des Lesens, Schreibens und Rechnens.

15. 4. Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die zukünftige Arbeit

Die konkrete zukünftige Entwicklung und der Umfang der Medienerziehung an unserer Schule ist angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre weiterhin nicht sicher bestimmbar.

Sicher ist allerdings, dass die finanziellen Rahmenbedingungen zumindest kurz- und mittelfristig Einschränkungen hinsichtlich einer wünschenswerten umfassenden Medienausstattung vorgeben.

Andererseits bedarf es aber in der Primarstufe für eine effektive Medienerziehung zunächst einmal auch nur einer grundlegenden Ausstattung. Und wenn die Bemühungen aller Beteiligten (Schulträger, Landesregierung, Eltern, Lehrer) der letzten Jahre zusammengefasst werden, kann für die nächste Zukunft dennoch von einer Hard- und Softwareausstattung ausgegangen werden, die effektive und nachhaltige Grundschularbeit ermöglicht. Bedacht werden muss aber, dass die technische Entwicklung auch in Zukunft zur kontinuierlichen Fortschreibung zwingen wird.

Den ersten geplanten Ausbauschritt hat unsere Schule erreicht:

In jedem Klassenraum ist es möglich, in einer Medienecke zu jedem gewünschten Zeitpunkt des Unterrichts neben anderen Medien (nach Entscheidung der Klassenlehrkraft) mindestens einen Computer samt Tisch und Drucker zu nutzen. Nach Wunsch und Bedarf der jeweiligen Lehrkräfte stehen auch bis zu vier Computer zur Verfügung (z. T. als Medien- PC).

Inzwischen konnte die Schule einen Medienraum einrichten, in dem für maximal 14 Kinder ein Einzelarbeitsplatz oder für 28 Kinder ein Doppelarbeitsplatz am PC zur Verfügung steht. Dort können Schüler z. B. im Förderunterricht gezielt in Lernprogrammen arbeiten, die von den Lehrkräften auf den zu übenden Unterrichtsstoff abgestimmt werden können. Auch zusätzliche Arbeitsgemeinschaften und Lehrerfortbildungen, die sich mit dem Umgang und der Nutzung des PC beschäftigen, können dort stattfinden. Wegen des bestehenden Internetzugangs von allen Plätzen aus kann  er z. B. von Klassen auch genutzt etwa zur sachunterrichtlichen Recherche

15. 5. Grundausstattung mit Hardware

·     Die im Jahr 1998 vorgenommene Einschätzung des Mindeststandards an Hardware musste ständig angepasst werden und teilweise mit erheblichem Zeit- und Finanzaufwand aufgerüstet werden.

 

Inzwischen konnte ein Beamer angeschafft werden, so dass auch Filme (von DVD oder Festplatte) und digitale Bilder betrachtet werden können. Auf eine Digitalkamera muss z. Z. noch verzichtet werden, sofern sie nicht ausgeliehen oder privat zur Verfügung gestellt wird.

15. 6. Grundausstattung mit Software

Als Software-Grundausstattung (zumeist mit Schullizenz) steht inzwischen eine ganze Reihe grundschul- und schülerangemessener Lernprogramme zur Verfügung, die jetzt schon weite Teile des Unterrichts einschließlich des sonderpädagogischen Unterrichts abdecken. Dennoch muss die Ausstattung auch in diesem Bereich immer wider überprüft und ergänzt werden.

15. 7. Wozu kann und soll der Computer in unserer Schule genutzt werden?

Im Klassenraum kann er genutzt werden

·     als weitere Möglichkeit zur inneren Differenzierung mit gezielten Übungen (kommerzielle Programme, von der Lehrkraft / dem Kollegium selbst erstellten Aufgaben) auch im Rahmen von Freiarbeit, Tages- und Wochenplan oder von Projekten

·     zur Erstellung und Überarbeitung von eigenen Texten (Schreibwerkstatt),

·     zur Fehleranalyse und Überarbeitung von (Rechtschreib-)Texten,

·     zur Arbeit am Grundwortschatz, zum Umgang mit Wörterlisten,

·     zur Gestaltung einer ästhetisch ansprechenden und / oder fehlerfreien Fassung von Texten (z. B. zur „Veröffentlichung“ einzelner Produkte bis hin zu Klassen- oder Schülerzeitungen),

·     zur Veränderung von Dokumenten mit Hilfe von Werkzeugen,

·     zur Entwicklung und Praktizierung neuer Möglichkeiten der Wahrnehmung, Informationsgewinnung und -verarbeitung,

·     als Speichermedium z. B. für eigene (Sach-)Texte oder von  „Klassenprodukten“ (z. B. Klassenzeitung),

·     nach kritischer Entscheidung der Lehrkraft zum Unterrichtseinsatz: zur Bearbeitung kommerzieller Programme mit angemessenen Lernzielen,

·     Austausch mit den Eltern in Verbindung mit dem privaten PC.

Selbstverständlich stellen die genannten Anwendungsbereiche noch keinen abgeschlossenen Katalog dar. Sie sind erweiterbar, werden erweitert werden können und müssen. Zugleich wird deutlich, dass auch zur erfolgreichen Umsetzung derartiger Beispiele eines sinnvollen Umgangs mit dem PC die intensive Zusammenarbeit und der Ideenaustausch des Kollegiums notwendig (und erleichternd!!) sind.

Im PC- Raum (Medienraum) kann er benutzt werden:

·       mit den grundsätzlich gleichen Intensionen wie im Klassenraum,

·       für die Arbeit mit dem und im Internet,

·       zur Erstellung und zum Versand von Emails,

·       zur Arbeit mit größeren Lerngruppen bis hin zur Klassenstärke,

·       für zusätzliche Kurse zur grundlegenden Ausbildung am Computer, z. B. für

            - den Einstieg in eine Textverarbeitung (Word),

            - die gemeinsame Einführung in ein neues Lernprogramm (Weiternutzung in der Klasse),

            - die Einführung ins Internet und Arbeit mit dem und im Internet,

            - die Einführung in den Umgang mit E-mail- Programmen.

Der Computerraum kann selbstverständlich auch der Offenen Ganztagsschule und nach Absprache am Nachmittag oder Abend auch der außerschulischen Nutzung dienen, womit ein weiterer Beitrag zur Einbindung der Schule in das gesellschaftliche Umfeld im Sinne der Öffnung von Schule geleistet wird.

15. 8. Perspektiven für die Zukunft

Nach der Grundausstattung aller Klassen mit Medienecken und der Einrichtung des größeren Medienraums bleibt als vordringlicher Wunsch sicherlich die Anbindung aller Medienecken an das Internet.

Ebenso erscheint eine Vernetzung aller Medienecken untereinander als äußerst wünschenswert, um neben den vorhandenen externen Kommunikationsmöglichkeiten im PC-Raum auch interne kommunikative Möglichkeiten zu schaffen.

Auch die Weiterentwicklung des neuen PC-Raums zu einem umfassenderen Medienraum sollte angedacht werden. Jedoch ist hier die Entwicklung auch mittelfristig für eine Grundschule noch kaum vorhersehbar.

15. 9. Schlussbemerkung

Sicherlich kann unsere Schule im Vergleich stolz sein auf das bisher Erreichte. Es muss aber klar herausgestellt werden, dass dies nicht erreicht werden konnte ohne das erheblich über das Maß normaler Dienstpflichten hinausgehende Engagement einzelner Lehrkräfte. Aber auch dies hätte bei weitem noch nicht ausgereicht, wenn nicht der Hausmeister als unverzichtbarer Helfer und Fachmann für Hardware über seine Verpflichtungen hinaus initiativ geworden wäre. Dies sind glückliche Umstände, die man (und auch wir) auf Dauer aber nicht zur Voraussetzung machen können. Daher ist auch die Einrichtung der Stelle eines Administrators auf Seiten des Schulträgers dringend geboten.


[1] s. auch Schulzeit, 4/98 S. 4