|
Förderkonzept der Grundschule
Engelbertstraße
Inhaltsverzeichnis
1.0. Grundlagen und
Grundbedingungen
1.1.
Förderkonzepte sind auch bisher schon wichtige schulische
Bausteine
1.2.
Vorliegende schulische Konzepte
1.3. (Zusätzliche)
Fördermaßnahmen an der Grundschule Engelbertstraße ohne gesonderte
konzeptionelle Beschreibung
1.4. Individuelle Förderpläne
2.0. Vorschulische Förderung
2.1 Sprachstandsfeststellung
zwei Jahre vor Beginn der Einschulung
2.2. Gesprächsrunden Kita –
Grundschule
2.3. Information der
Erziehungsberechtigten zwei Jahre vor der Einschulung
2.4. Anmeldung der Schulanfänger
2.5. Sprachstandsfeststellung
nach der Schulanmeldung
2.6. Sprachkurs
2.7. Gemeinsame
Veranstaltungen mit den Kindergärten
3.0. Schuleingangsphase
3.1. Feststellung der Lernausgangslage zu Unterrichtsbeginn nach
den Sommerferien
3.3. Besondere Formen der individuellen Förderung
3.4. Organisation der individuellen Verweilzeiten in der
Schuleingangsphase
3.4.1. Langsamer lernende Kinder – formale Grundbedingungen
3.4.2. Schneller lernende Kinder – formale Grundbedingungen
3.4.3. Verfahren im 1.
Schulbesuchsjahr
3.5. Lernstands- und Förderdiagnostik
3.6. Fördermethodische und förderdidaktische Überlegungen
3.7. Einbindung der
sozialpädagogischen Fachkraft
3.7.1. Förderung im
Klassenverband
3.7.2. Förderung durch
zusätzliche Förderstunden im Rahmen des Lernstudios oder in zusätzlichen Stunden
in den Bereichen
3.8.
Sportförderunterricht im 1. Schuljahr
3.9. Überlegungen zur Beratung
und Einbindung von Eltern vor und in der Schuleingangsphase
4.0. Veranstaltungen für alle
Kinder oder für mehrere Jahrgänge / Förderung im 3. und 4. Schuljahr
4.1. Fördermaßnahmen für „LRS-Kinder“
und „Dyskalkulie-Kinder“ (2 Wochenstunden pro Jahrgang)
4.2.
Leseförderung mit dem „Lesepiraten“
4.3.
Mathematikförderung mit dem „Mathepiraten“
4.4.
Schülersport-Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag in Kooperation mit
ortsansässigen Vereinen in Handball, Karate, Fußball und Basketball
4.5. Motorische Förderung im
Rahmen der Radfahrausbildung (im 2. und 4. Jahrgang)
4.6. Maßnahmen zur
Gewaltprävention und Persönlichkeitsentwicklung
4.6.1. Projekt
Schülersprechstunde mit dem Deutschen Kinderschutzbund als außerschulischem
Partner
4.7. Förderung in der Offenen
Ganztagsgrundschule
5.0. Konzept zur Förderung von
Kindern mit Migrationshintergrund
6.0. Übergreifende Aspekte
6.1. Fortbildungsplanung
6.2. Evaluation
6.3. Kooperation innerhalb des
Kollegiums
6.4. Materialien und
Klassenraumgestaltung
Anhänge:
Anhang
1: Wie bereite ich mein Kind auf die Schule vor?
Anhang 2: "Sozialpädagogische
Entwicklungs- und Bildungsförderung in der flexiblen Schuleingangsphase"
Anhang 3: Konzept zu
Integrationshilfe
Anhang
4: Einsatz von Lehrkräften in der Offenen Ganztagsschule als Teil des
individuellen Förderkonzepts
1.0. Grundlagen und
Grundbedingungen
„Jeder junge Mensch hat ohne
jede Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht
ein Recht auf schulische Bildung und Erziehung und individuelle Förderung.“ [SchG
§ 1 (1)]
„Drohendem Leistungsversagen
und anderen Beeinträchtigungen von Schülerinnen und Schülern begegnet die Schule
unter frühzeitiger Einbeziehung der Eltern mit geeigneten Maßnahmen.“ [SchG § 2
(8) Satz 2].
„Schülerinnen und Schüler mit
Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen werden besonders gefördert, um
ihnen durch individuelle Hilfe ein besonders hohes Maß an schulischer und
beruflicher Eingliederung, gesellschaftlicher Teilhabe und selbstständiger
Lebensgestaltung zu ermöglichen.“ [SchG § 2 (9)].
„An Schulen können zusätzliche
Ganztags- und Betreuungsangebote eingerichtet werden, die der besonderen
Förderung der Schülerinnen und Schüler dienen.“ [SchG § 9 (2)].
„Schülerinnen und Schüler
werden durch die Grundschule individuell gefördert. Dies gilt vor allem für die
Kinder, die besonderer Unterstützung bedürfen, um erfolgreich im Unterricht
mitarbeiten zu können. Das schulische Förderkonzept kann Maßnahmen der äußeren
wie der inneren Differenzierung sowie zusätzliche Förderangebote umfassen.“
[AO-GS § 4 (2)}.
Diese an hervorgehobener Stelle
von Schulgesetz und Ausbildungsordnung formulierten Grundaussagen zur
(individuellen) Förderung weisen auf den Stellenwert hin, den dieser schulische
Auftrag heute besitzt.
Dabei ist es dem Kollegium der
Grundschule Engelbertstraße aus grundsätzlichen Überlegungen heraus aber auch
zum Erhalt einer höchstmöglichen Effektivität wichtig, dass eine frühzeitig
angelegte enge Zusammenarbeit, ein notwendiger Konsens wie ggf. klare
Zielvereinbarungen zwischen Elternhaus und Schule erreicht und umgesetzt werden.
Schulische Fördermaßnahmen sind insbesondere dann gefährdet, wenn die
begleitende häusliche Unterstützung ausbleibt.
Neben der engen Zusammenarbeit
mit den Eltern und die bestmögliche Unterstützung durch das Elternhaus ist es
ebenso unabdingbar, dass bestimmte schulische Rahmenbedingungen gewährleistet
sind. Hier
ist zunächst die ausreichende Versorgung mit Lehrerstunden zu nennen. Aber auch
weitere Faktoren wie ausreichende Fortbildung, Organisationsplanung,
ausreichende Diagnose, schulische Ausstattung u. a. sind von bestimmender
Bedeutung.
1.1. Förderkonzepte sind auch bisher schon wichtige schulische
Bausteine
Der besonderen Aufgabe der
individuell angelegten schulischen Förderung fühlte sich die Grundschule
Engelbertstraße auch in der Vergangenheit besonders verpflichtet. Es entstanden
deshalb in den letzten zwei Jahrzehnten schulische Arbeitskonzepte der
verschiedensten Bereiche, die sich jeweils intensiv mit Fragen der individuellen
Förderung von Kindern unterschiedlicher Begabungen auseinandersetzten.
Im Rahmen schulischer
Veranstaltungen wurden dabei vor allem vier methodische Formen genutzt, die auch
weiterhin von ungeschmälerter Bedeutung sind:
a) Individuelle
Förderung des einzelnen Kindes im Unterricht der Fächer der Stundentafel im
Rahmen binnendifferenzierter Maßnahmen (Einzelaufträge), vor allem im
zweistündig ausgewiesenen Förderunterricht,
b) Team-Teaching-
oder Kooperationslehrermodelle (sozialpädagogische Fachkraft, Lesemütter,
Praktikanten usw.) zumeist in binnendifferenzierter Form,
c) Formen
des Lernstudios als Maßnahme äußerer Differenzierung,
d) Lernen
am PC mit entsprechenden Programmen (z. B. „Alfons Lernwelt“, „Gut“,
„Lernwerkstatt“ als Maßnahme der individuellen Förderung.
1.2. Vorliegende schulische Konzepte
Es sind verschiedene Konzepte
mit umfassenden Förderaussagen entstanden. Sie stehen miteinander im Einklang,
wurden z. T. mehrfach evaluiert und haben nach wie vor Zukunftsbedeutung.
-
Schulprogramm
(insbesondere die Kapitel 4 und 13) i. d. F. vom 21. 12. 2005
-
Konzept zur Flexiblen Schuleingangsphase
(beschlossen von der Schulkonferenz am 26. 01. 05 / im Schulprogramm
enthalten)
-
Schulspiel
zur Eingangsdiagnostik (1schulspiel.doc)
-
„Sozialpädagogische Entwicklungs- und
Bildungsförderung in der flexiblen Schuleingangsphase (arbeitsgruppeschulkinderg.pdf
vom 15. 07. 2004)
-
Sozialpädagogisches Konzept zur Schuleingangsphase
(kurzrock_konzept_schuleing.doc vom 04. 12. 2005)
-
Medienkonzept
(eingegangen in das Schulprogramm)
-
Förderkonzept Migrationshilfe i. d. F. vom 16. 03. 2005
-
Konzepte zur Offenen Ganztagsgrundschule
vom 15. 12. 2003 (i. d. F. vom 19. 04. 2004)
-
Förderkonzept für die Offene Ganztagsgrundschule
vom 09. 03. 2006
-
ferner: (individuelle) Förder- und
Entwicklungspläne für die Fächer Mathematik und Deutsch (die Pläne für den
1. und 2. Jahrgang liegen vor, die weiteren befinden sich in der Entwicklung)
Ferner sind zu nennen die
Maßnahmen der sonderpädagogischen Förderung im Rahmen des Gemeinsamen
Unterrichts gemäß AO-SF § 37 (BASS 14-03 Nr. 2.1. RdErl. vom 29. 04. 2005)
1.3. (Zusätzliche)
Fördermaßnahmen an der Grundschule Engelbertstraße ohne gesonderte
konzeptionelle Beschreibung
Zusätzlich werden weitere
schulische und außerschulische Angebote zur individuellen Förderung vorgehalten:
-
Sprachförderung am Nachmittag im Rahmen des
Muttersprachlichen Unterrichts in Griechisch, Italienisch, Hocharabisch,
Portugiesisch,
-
Förderangebot für italienische Vorschulkinder an
einem Nachmittag in Trägerschaft der Italienischen Mission Gevelsberg und
finanziert durch das italienische Konsulat
Nicht vergessen werden darf
auch die Zusammenarbeit mit Logopäden, Kinderärzten, Psychologen,
Sozialarbeitern, Erziehungsberatungsstellen, Vertretern der Jugendhilfe,
Gesundheitsamt (Gesundes Frühstück), Therapeuten usw. auf Wunsch und in enger
Zusammenarbeit mit den Eltern.
Die bestehenden Konzepte,
Angebote und schulischen Leistungen werden durch das vorliegende Förderkonzept
miteinander verknüpft und erweitert.
1.4. Individuelle Förderpläne
Eine effektive individuelle
Förderung kann nur dann erfolgen, wenn die Lehrkraft jederzeit informiert ist
über den Stand der Lernentwicklung jedes einzelnen Kindes. Auf der Basis
konkreter Unterrichtsbeobachtung und -auswertung werden Lernfortschritte
dokumentiert, die als Grundlage für das weitere Lernen dienen. Hierbei können
die im Kollegium entwickelten Beobachtungsraster eine wertvolle Hilfe sein. Sie
können und sollten durch weitere Notizen ergänzt
werden.
2.0. Vorschulische Förderung
Während der Zeit der
Schulpflicht ist es selbstverständliche Aufgabe und Pflicht aller
Erziehungsberechtigten, ihr Kind seinen und ihren Möglichkeiten nach optimal zu
fördern. Dies gilt umso mehr für die Vorschulzeit, da hier in der Regel noch
kein gesetzlich vorgegebener Erziehungspartner existiert. Dennoch ist auch die
Schule bereit und verpflichtet, sich um einen optimalen Einstieg in die
Grundschule für jedes Kind zu bemühen. Hierzu gehören verschiedene Maßnahmen.
2.1. Sprachstandsfeststellung
zwei Jahre vor Beginn der Einschulung
Die Grundschule Engelbertstraße
führt erstmals im Frühjahr 2007 als schulischer Partner der Kindertagesstätten
„Die Arche“, „Mühlenweg“ und „St. Marien“ gemeinsam mit den Erzieherinnen die
Sprachstandsfeststellung zwei Jahre vor der Einschulung durch unter Umsetzung
der landesweiten Vorgaben zu Inhalt und Verfahren. Zum Zeitpunkt der Erstellung
des vorliegenden Förderkonzepts können hierzu noch keine weiteren Aussagen
gemacht werden. Eine Evaluation muss und wird zu gegebener Zeit erfolgen.
2.2. Gesprächsrunden Kita -
Grundschule
Es ist seit Jahren in Schwelm
üblich, dass sich zur Absprache über Termine oder zu allgemeinen pädagogischen
Fragen Vertreter der Grundschule Engelbertstr. und Vertreter der Kitas treffen.
Zum Teil werden diese Gespräche auch in größerem Kreis (Vertreter aller
Schwelmer Schulen und Kitas und des Schulträgers)
geführt. Wichtiger Punkt ist dabei immer der Gedankenaustausch über den
(nachhaltigen) Erfolg der vorschulischen Förderung in der Kita. Dies bedeutet
für die Vertreter der Kita die Chance der Evaluation, für die Vertreter der
Grundschule die Möglichkeit zu sehen und zu nutzen, welche Voraussetzungen die
Kindern auch für das Schulleben in die Schule
mitbringen.
2.3. Information der
Erziehungsberechtigten zwei Jahre vor der Einschulung
Seit dem Jahr 2004 lädt der
Schulträger im Frühjahr die Eltern zu einer Informationsveranstaltung ein, die
von den Leitungen der Kitas und Vertretern der Schulleitung gestaltet werden.
Bis 2006 fanden jeweils zwei Veranstaltungen statt, ab 2007 nur noch eine
Zentralveranstaltung.
Neben Informationen zu den
Regelungen zur Sprachstandsfeststellung und
Sprachförderung im Vorschulalter durch Kindergarten und Grundschule werden
Hinweise zur vorzeitigen Einschulung, Untersuchung durch den Schularzt,
Schulartwahl und Schulfähigkeitsprofil gegeben. Besonders großen Raum nehmen die
Hinweise zur Vorschulförderung des Kindes im Rahmen von Angeboten zur sozialen,
emotionalen, kognitiven und motorischen Entwicklung ein („Haus des Lernens“).
Selbstverständlich steht die
Schulleitung im Anschluss an die Veranstaltung zu Einzelberatungen zur
Verfügung.
(siehe auch: Material im Anhang
des Konzepts)
2.4. Anmeldung der Schulanfänger
Mit der Anmeldung der
Schulanfänger des Folgejahres findet im Oktober ein erster offizieller Kontakt
zwischen Schule und dem einzelnen Kind statt, der zumeist schon geprägt ist von
einer aufgeregten Spannung und dem Bewusstsein bei Kind und Eltern, dass nun ein
neuer Lebensabschnitt vorbereitet wird. Entsprechend behutsam ist zu planen und
zu gestalten.
Hierzu begrüßt der Schulleiter
gemeinsam mit einer 2. Fachkraft (Konrektor, sozialpädagogische Fachkraft) die /
den Erziehungsberechtigten und das Kind. In einem Zeitraum von etwa einer halben
Stunde finden statt:
-
ein Kontaktgespräch mit dem
Kind zur Auflockerung der Situation und Grobfeststellung des Sprachstands
durch den Schulleiter,
-
die Aufnahme der
Schülergrunddaten in den PC (in die das Kind kommunikativ eingebunden wird)
durch den Schulleiter,
-
ggf. ein weiterführendes
Gespräch des Schulleiters mit den Erziehungsberechtigten zu besonderen
Fragestellungen (vorzeitige Einschulung, besondere Mitteilungen der Eltern,
Erläuterung von Informationsmaterial).
-
ein kleines Schulspiel zur
Lernstandsdiagnostik.
Die zweite beteiligte Lehrkraft
führt hierzu Protokoll auf einem schuleigenen Protokollbogen. In aufgelockerter
Form führt sie auch das Schulspiel durch mit Übungen zur persönlichen
Orientierung des Kindes, Grob- und Feinmotorik, Farbkenntnissen, rechnerischem
Denken, Lern- und Arbeitsverhalten, Soziabilität und Emotionalität und notiert
die Ergebnisse unter Beteiligung des Schulleiters.
Das Einschulungsverfahren
reicht nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre in aller Regel aus, um die
Schulfähigkeit in kognitiver, sozialer, emotionaler und motorischer Hinsicht zu
überprüfen. Insbesondere reicht diese Begegnung mit dem Kind aus, um einen
eventuellen sonderpädagogischen Förderbedarf auszuschließen. Kann dies im
Einzelfall noch nicht hinreichend sicher beurteilt werden dient ein zusätzlich
vereinbartes weiteres Treffen der Entscheidungsfindung.
Bei beantragten vorzeitigen
Einschulungen wird zudem ein zusätzlicher Begleit- und Beobachtungsbogen
herangezogen, in dem wesentliche Aussagen zum Elterngespräch, Informationen der
Erzieherinnen des Kindergartens usw. aufgenommen werden. Für die Erstbegegnung
mit Kind und Erziehungsberechtigten im Rahmen der Anmeldung wird ein größerer
Zeitraum vorgehalten. Sollte es ratsam erscheinen, die Frage der vorzeitigen
Einschulung zeitlich näher zum Schuljahresbeginn zu entscheiden, wird eine
Entscheidung von vornherein auf diesen Zeitpunkt verschoben. In jedem Fall
werden zunächst die Aussagen von Gesundheitsamt und Kindergarten abgewartet und
mit den/dem/der Erziehungsberechtigten ein weiteres Gespräch geführt.
2.5. Sprachstandsfeststellung
nach der Schulanmeldung
Ergeben sich Zweifel an den
erforderlichen Sprachkenntnissen der Schulanfänger beim Anmeldegespräch, wird
mit den Erziehungsberechtigten ein weiterer Termin für eine ausführlichere
Sprachstandsfeststellung vereinbart, zu dem der vom Ministerium für Jugend,
Schule und Kinder (MSJK) empfohlene Test „Fit für Deutsch“ benutzt wird.
Hierbei handelt es sich um ein Verfahren zur Feststellung des
Sprachstands, das 10 Monate vor der Einschulung herangezogen wird und vom
Niedersächsischen Kultusministerium 2002 entwickelt wurde. Als ein Screening-
Verfahren gibt das Verfahren nur Aufschluss darüber, ob ein Kind zusätzliche
sprachliche Förderung vor der Einschulung erhalten soll. Eine Detaildiagnostik
ist u. a. wegen fehlender Eichung nicht möglich.
Die Eltern nehmen im Rahmen der
Anamnese-Befragung am Verfahren teil.
2.6. Sprachkurs
Sollte als Ergebnis des Verfahrens die Notwendigkeit einer
zusätzlichen sprachlichen Förderung festgestellt werden, so wird das Kind für
die Teilnahme an dem entsprechenden städtischen Angebot verpflichtet. Dazu wird
den Erziehungsberechtigten unter Heranziehung von aussagekräftigen Beispielen
aus dem Test die Notwendigkeit der zusätzlichen Förderung verdeutlicht. Zugleich
werden sie darauf verwiesen, dass die Teilnahme an dieser kostenfreien Maßnahme
nur dann zu einem Erfolg führt, wenn das Kind regelmäßig erscheint. Wird das
Kind bereits in einer Tageseinrichtung ausreichend gefördert, entfällt die
Verpflichtung.
Die Fördermaßnahme
findet ab dem 01. 02. jeden Jahres als städtische Veranstaltung statt.
2.7. Gemeinsame
Veranstaltungen mit den Kindergärten
Bereits seit ca. 15 Jahren wird
ein gemeinsam von Kindertagesstätten und Schule getragenes Modell praktiziert,
das zur Aufgabe hat, die Kinder des Kindergartens behutsam an „ihre“ zukünftige
Schule heranzuführen und den Eltern frühzeitig wichtige Informationen zu Schule,
Lernen, Schulleben usw. zukommen zu lassen. Auch die Frage „Wie bereite ich mein
Kind auf die Schule vor?“ wird dabei von den Schulvertretern erneut
angesprochen. Beteiligt seitens der Schule sind dabei die Schulleitung, eine
Klassenlehrkraft des augenblicklichen 1. Schuljahres sowie die
sozialpädagogische Fachkraft.
Folgender Zeitplan im Halbjahr
vor der Einschulung hat sich bewährt:
|
März |
Schulvertreter besuchen Elternabende in 2
Kindergärten. Alle anderen Eltern werden dazu auch eingeladen. Die Inhalte
orientieren sich an den Elternfragen zur Vorbereitung auf den Schulbesuch.
Es können alle denkbaren allgemeinen Fragen der Erziehungsberechtigten vor
der Einschulung angesprochen werden. |
|
Mai |
Die Schulanfänger der vier bis fünf
nächstgelegenen Kindergärten besuchen mit einer Erzieherin als Veranstaltung
des Kindergartens die Schule, um sich Gebäude, bestimmte Räume und weitere
Besonderheiten anzusehen. Alle anderen Kinder werden dazu ebenfalls
eingeladen. Diese werden von ihren Eltern begleitet. |
|
Juni |
Die Schulanfänger der vier bis fünf
nächstgelegenen Kindergärten besuchen mit einer Erzieherin als Veranstaltung
des Kindergartens die Schule, um am Unterricht einer 1. Klasse teilzunehmen.
Alle anderen Kinder werden dazu ebenfalls eingeladen. Diese werden von ihren
Eltern begleitet. |
Die
Zusammenarbeit mit den Kindertageseinrichtungen kann für die Vergangenheit aus
schulischer Sicht als außerordentlich gut und vertrauensvoll bewertet werden.
Neben einem Treffen im Herbst zur Besprechung gemeinsamer Probleme und
Fragestellungen sowie zur Information der Gesprächspartner hinsichtlich
relevanter Veränderungen im Elementar- bzw. Primarstufenbereich und zur
Absprache zum obigen Zeitplan gab es im Halbjahr vor der Einschulung regelmäßige
Kontakte zwischen Schulleitung und Kindergartenleitungen bzw. Erzieherinnen.
Dabei ging es um Kinder, bei denen die Frage von Zurückstellung oder vorzeitiger
Einschulung oder Einleitung eines Verfahrens zur Feststellung des
sonderpädagogischen Förderbedarfs geklärt werden musste. Dies geschah auf der
Grundlage einer schriftlichen Einverständniserklärung des/der
Erziehungsberechtigten gegenüber der Schulleitung. Dabei konnten die
Erziehungsberechtigten in jedem Fall nachvollziehen, dass ein Kontakt der
Schulleitung mit dem Kindergarten in den drei genannten Fällen Sinn macht.
Insbesondere gab es zu diesem Kontakt immer eine Rückmeldung der Schulleitung an
die Eltern. Häufig hatten die Eltern die Gesprächspartner der
Kindertageseinrichtung auch schon vor Kontaktaufnahme direkt angesprochen und
auf die zu erwartende Kontaktaufnahme der Grundschule verwiesen.
Wichtig für eine
kontinuierliche Förderung des Kindes sind auch die in der von der Kita zu
erstellenden Bildungsdokumentation enthaltenen Aussagen der Erzieherinnen. Da
die Dokumentation aus Gründen des Datenschutzes nur an die Eltern ausgegeben
werden darf, bittet die Schulleitung die Eltern um Weitergabe. Sie ist für die
Schulleitung (AO-SF, vorzeitig Einschulung) vor der Einschulung wie für die
Erstklasslehrkräfte eine wichtige Information, um Förderentscheidungen jedweder
Art frühzeitig treffen zu können.
3.0. Schuleingangsphase
3.1. Feststellung der
Lernausgangslage zu Unterrichtsbeginn nach den Sommerferien
Ein entsprechendes Verfahren
für den Schulbeginn wurde als sog. Schulspiel vom Kollegium der Schule
entwickelt. Es wurde erstmals nach der Einschulung 2005/06 in den ersten vier
Wochen
nach Schulbeginn von den Klassenlehrkräften samt
sozialpädagogischer Fachkraft und Praktikanten durchgeführt. In der sich
anschließenden Evaluation ergaben sich Bedenken hinsichtlich des Umfangs dieser
Überprüfung, der gerade in den ersten Schulwochen von den Lehrkräften viel Zeit
und Kraft forderte, der darüber hinaus aber selbst mit Unterstützung durch
Schulleitung und / oder sozialpädagogische Fachkraft nicht regelmäßig leistbar
ist. Als Fazit wurde festgehalten, den schuleigenen Test nur noch dann zu
nutzen, wenn bei einzelnen Kindern zusätzlicher Informationsbedarf besteht.
3.2. Grundsatzüberlegungen zur
Lerngruppenbildung in der flexiblen Schuleingangsphase
Bisher erfolgte die
Klassenbildung nach folgenden (sinnvollen) Kriterien:
möglichst
gleiche Kinderzahl,
Zugehörigkeit
zum Wohnbezirk,
ausgewogener
Anteil von Jungen und Mädchen,
ausgewogener
Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund bzw. sprachlichen Schwierigkeiten,
ausgewogene
soziale Zusammensetzung,
Wünsche
der Eltern (Erhalt / Bildung eines Kontakts zu bestimmten Mitschülern /
Mitschülerinnen aus unterschiedlichen akzeptablen Gründen).
Damit ist die möglichst
heterogene Zusammensetzung als Jahrgangsklasse mit dem Ziel auch der sozialen
und koedukativen Erziehung bisher von Eltern wie Lehrkräften akzeptierter
Leitgedanke zur Klassenbildung gewesen. Zugleich wird so die optimale Grundlage
für individuelles Lernen in sozialer Verantwortung gewährleistet.
Entsprechend entschied sich die
Schulkonferenz nach mehreren Beratungen in allen Mitwirkungsgremien für das
jahrgangsbezogene Konzept als ein Konzept, dass die
individuelle Förderung wie soziales Lernen gleichermaßen ermöglicht.
3.3. Besondere Formen der
individuellen Förderung
Folgende
Maßnahmen zur Verbesserung der Möglichkeiten individueller Förderung sollen
erprobt werden:
-
Möglichst viel parallel
gelegte Unterrichtsstunden in den Fächern Deutsch und Mathematik im 1. und 2.
Jahrgang, um auch Klassen übergreifende Leistungsgruppen zur verstärkten
gruppenbezogenen differenzierten Förderung bilden zu können („flexible
Gruppenbildung auf Zeit“). (siehe auch Punkt 3.7. „Einbindung der
sozialpädagogischen Fachkraft“).
-
Platzierung der
(personalintensiveren, weil nach Konfession getrennten) beiden wöchentlichen
Religionsstunden auch in die Zeiten des Kernunterrichts (2., 3. 4. Stunde).
Nicht am Religionsunterricht teilnehmende Schülerinnen, die zumeist
islamischen Glaubens sind und häufig Förderbedarf hinsichtlich der deutschen
Sprache haben, können dann im Klassenraum z. B. des evangelischen Unterrichts
mit zusätzlichen individuellen Aufgaben betreut werden. Dies würde zugleich
die Einhaltung der Betreuungsgarantie der Schule gegenüber dem Offenen
Ganztagsangebot erleichtern.
-
Gesonderte Einzel- oder
Kleingruppenförderung, soweit die Rahmenbedingungen von Klassenbildung /
Lehrerzuweisung usw. dies ermöglichen (Lernstudio).
-
Klassen- und
jahrgangsübergreifende themengebundene Projekttage z. B. zu jahreszeitlichen
Themen für alle Jahrgänge (Zusammenführung der Patenklassen).
-
Über weitere
klassenübergreifende bzw.
jahrgangsübergreifende Möglichkeiten der Lerngruppenbildung in den Fächern
Sport, Kunst, Musik soll nachgedacht werden. Sie können auch im Einzelfall
erprobt werden.
3.4. Organisation der
individuellen Verweilzeiten in der Schuleingangsphase
Für den größeren Teil der
Kinder wird die Verweildauer von 2 Jahren der Regelfall sein. Für diese Gruppe
werden auch eher Lernangebote in Frage kommen, die bei möglicherweise geringerer
Differenzierung vergleichbare Anforderungen beinhalten und bei denen einzelne
Lernschwierigkeiten auch z. B. in gegenseitiger Hilfe behoben werden können.
Auch für diese Kinder werden selbstverständlich individuelle Förderpläne
verfasst. Sie werden sich jedoch häufig in wesentlichen Aussagen nicht
unterscheiden müssen.
Das besondere Augenmerk muss
langsamer lernenden bzw. schneller lernenden Kindern gelten, für die auch die
Frage einer verkürzten oder verlängerten Verweilzeit von Bedeutung ist. Hier
gelten zunächst die unter 3.4.3 gemachten Aussagen verbunden mit einer besonders
differenzierten und detaillierten Lernentwicklungsplanung.
3.4.1. Langsamer lernende Kinder – formale Grundbedingungen
Entgegen früheren gesetzlichen
Vorgaben ist der Rücktritt im Verlauf der Schuleingangsphase in der zurzeit
gültigen Fassung der Ausbildungsordnung Grundschule (AO-GS) nicht ausdrücklich
geregelt. Da an der Grundschule Engelbertstraße aber getrennt nach Jahrgängen
unterrichtet wird, kann es im Einzelfall sinnvoll sein, ein Kind auf Wunsch oder
mit Zustimmung seiner Eltern nach dem ersten Schulbesuchsjahr aus der
bisherigen Lerngruppe herauszunehmen und es in eine andere Lerngruppe, nämlich
die Klasse 1 aufzunehmen. Dafür bedarf es keiner ausdrücklichen Regelung in der
AO-GS, denn am Ende des ersten Schulbesuchsjahres gibt es keine Versetzung.
Damit erwirbt ein Kind auch nicht die Berechtigung zum Besuch der nächsthöheren
Klasse, von der die Eltern wie im Fall des § 6 Abs. 6 AO-GS vor der Aufnahme
ihres Kindes in eine andere Klasse förmlich zurücktreten müssen (Schreiben des
Schulministeriums vom 13. 02. 06 Az. 225.2.02.11,03-38321/06).
Selbstverständlich gilt auch für dieses Kind, dass es unabhängig von einem
voraussehbaren Wechsel der Lerngruppe seinen Möglichkeiten nach jederzeit
individuell gefördert werden muss.
Die Verweildauer in der
Schuleingangsphase von maximal drei Jahren darf nicht überschritten werden.
3.4.2. Schneller lernende
Kinder – formale Grundbedingungen
Die Frage der Verkürzung der
Verweildauer in der Schuleingangsphase auf ein Jahr ist grundsätzlich abhängig
vom Erreichen der verbindlichen Anforderungen (in Deutsch und Mathematik) zum
Ende der Klasse 2 ( siehe auch 3.4.3.). Darüber hinaus sind Aspekte der
Persönlichkeitsentwicklung, vor allem der emotionalen und sozialen Ausgangslage
und besondere Fähigkeiten des Kindes zu berücksichtigen. Eine Verkürzung
der Schuleingangsphase kann nur auf der Basis intensiver und umfassender
Elterngespräche und im Rahmen einer ausführlichen Klassenkonferenz erfolgen. In
jedem Fall ist der Gestaltung des Übergangs in die Klasse 3 schon im Vorfeld
besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
3.4.3. Verfahren im 1.
Schulbesuchsjahr
Was für schneller lernende Kinder wegen der verkürzten
Verweildauer ohnehin gilt, hat auch Bedeutung für die Kinder, für die eine
dreijährige Verweildauer in Betracht kommt:
Beiden Gruppen ist gerade im
ersten Schulbesuchsjahr besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Dabei sind Beobachtungs- und
Förderabschnitte zu unterscheiden, die von entsprechenden Beschlüssen der
Klassenkonferenz begleitet werden. Diese können wegen der geplanten
Verzahnung der Lernangebote im Jahrgang gemeinsam als Jahrgangsstufenkonferenz
tagen. Das stellt zugleich gleiche Beurteilungsgrundsätze sicher. Zu jeder
Konferenz soll ein Protokollauszug gefertigt werden, der der jeweiligen Lernakte
des Kindes beigefügt wird und ggf. mit Eltern besprochen werden muss.
Folgende Vorgehensweise
hinsichtlich der Klassenkonferenzen als Versetzungskonferenzen soll in den
nächsten Jahren erprobt werden:
Schneller lernende Kinder:
|
|
Zeitraum |
Maßnahme |
|
Schulanfang |
4 Wochen |
Alle Kinder werden intensiv beobachtet.
Einzelne Kinder fallen in den ersten Wochen der Schuleingangsphase vor allem
im Lesen / Rechnen durch fortgeschrittene Leistungen auf. Die Lehrkräfte
machen sich auf die Beobachtungen gegenseitig aufmerksam.
|
|
|
|
|
|
1. Konferenz |
4 Wochen nach Schulbeginn |
Die Beobachtungen der Lehrkräfte werden
abgeglichen. Es wird festgestellt, ob die vorhandenen Lernfortschritte durch
das Elternhaus antrainiert wurden oder ob das Kind die Leistung aus sich
heraus erbringt. Festgestellt wird auch, ob es sich um eine einseitige
Teilfähigkeit handelt oder ob die Lernentwicklung des Kindes insgesamt weit
fortgeschritten ist.
Das von der Schule entwickelte Schulspiel
wird ggf. zur ergänzenden Diagnose durchgeführt.
Zeichnet sich ab, dass das Kind in seiner
Lernentwicklung tatsächlich bereits weit fortgeschritten ist, so erstellt
die Klassenlehrkraft ggf. in Kooperation mit Fachlehrkräften einen
auf das einzelne Kind abgestimmten Förderplan. In der Folgezeit erhält das
Kind bereits zusätzliche Lernanreize.
Die Konferenz kann einen weiteren Zeitraum
zur intensiveren Beobachtung des Kindes unter Festlegung von Kriterien
beschließen.
|
|
|
|
|
|
2. Konferenz |
Dezember |
Die weitergehenden Beobachtungen werden
vorgestellt, ausgewertet bzw. es wird der von der Klassenlehrkraft erstellte
besondere Förderplan besprochen und als Grundlage der gemeinsamen weiteren
Arbeit mit dem Kind beschlossen.
Es wird geprüft, ob eine Verweildauer von 1 Jahr in Frage
kommt.
Es wird überprüft, ob ein probeweiser
Besuch der Klasse 2 sinnvoll ist. Für diesen Fall ist über
Förderempfehlungen an die Lehrkräfte des 2. Schuljahres zu beschließen.
Das Ergebnis wird mit den
Erziehungsberechtigten besprochen. Ein probeweiser Besuch der 2. Klasse
sollte nur mit Einverständnis und nach intensiver Beratung mit den Eltern
erfolgen.
|
|
|
|
|
|
3. Konferenz |
vor den Osterferien |
Die Klassenkonferenz evaluiert die
Förderarbeit mit dem Kind seit Dezember. Es wird hinterfragt, ob das Ziel
der Verweildauer von 1 Jahr weiterhin in Frage kommt. Die Klassenkonferenz
legt die Lernziele fest, die bis zum Schuljahresende auf jeden Fall erreicht
werden sollen. Es wird erneut überprüft, ob ein probeweiser Besuch der
Klasse 2 sinnvoll ist. Hierzu kann ggf. ein Zeitraum festgelegt werden. Für
den Fall eines probeweisen Besuchs der 2. Klasse sollten Förderempfehlungen
(für die Arbeit bis zum Schuljahresende) von der Lehrkraft der Klasse 1
erstellt und an die zuständige Lehrkraft der Klasse 2 weitergegeben werden.
Das Ergebnis wird mit den
Erziehungsberechtigten besprochen. Ein probeweiser Besuch der 2. Klasse
sollte nur mit Einverständnis und nach intensiver Beratung mit den
Erziehungsberechtigten erfolgen.
|
|
|
|
|
|
4. Konferenz |
Versetzungs-konferenz |
Die Klassenkonferenz evaluiert die
Förderarbeit mit dem Kind seit den Osterferien. Es wird hinterfragt, ob das
Ziel der Verweildauer von 1 Jahr weiterhin in Frage kommt. Sollte dies
bejaht werden, ist ein entsprechender Beschluss zu fassen. In diesem Fall
erstellt die gemeinsame Konferenz Förderempfehlungen für die Weiterarbeit im
3. Schuljahr.
Die Klassenkonferenz der Klasse 1 berät
über den schulischen Entwicklungsstand auch aller anderen Kinder.
|
|
|
|
|
Langsamer lernende Kinder:
|
|
Zeitraum |
Maßnahme |
|
Schulanfang |
4 Wochen |
Alle Kinder werden mit Unterstützung der
sozialpädagogischen Fachkraft intensiv beobachtet. Einzelne Kinder fallen
dabei durch (vermutete) Förderbedarfe auf. Ggf. haben sich auch bereits bei
der Feststellung der Lernausgangslage (Schuleingangsprofil) vor bzw.
unmittelbar nach Schulbeginn Entwicklungsdefizite gezeigt. Die Lehrkräfte
machen sich auf die Beobachtungen gegenseitig aufmerksam. Das von der Schule
entwickelte Schulspiel wird ggf. zur ergänzenden Diagnose durchgeführt.
|
|
|
|
|
|
1. Konferenz |
4 Wochen nach Schulbeginn |
Die Beobachtungen der Lehrkräfte werden
abgeglichen.
Die Konferenz stellt fest, ob es sich um
eine einseitige Entwicklungsverzögerung handelt oder ob ein Förderbedarf
besteht hinsichtlich der gesamten Lernentwicklung des Kindes. Ggf. wird
überprüft, ob die Einleitung eines Verfahrens zur Feststellung des
sonderpädagogischen Förderbedarfs notwendig sein könnte.
Beschluss:
Die sozialpädagogische Fachkraft erstellt
in enger Abstimmung mit der Klassenlehrkraft einen auf das einzelne Kind
abgestimmten Förderplan. Dabei ist zu prüfen, in wie weit Lerninhalte des 1.
Schuljahres einbezogen werden können. („Fördern kommt von Fordern“.)
Die
sozialpädagogische Fachkraft bemüht sich von nun an auch im Rahmen des
Konzepts zur „Sozialpädagogische Entwicklungs- und Bildungsförderung in der
flexiblen Schuleingangsphase“ in Kooperation mit den Lehrkräften der Klasse
intensiver um die Förderung des Kindes.
Die Konferenz kann einen weiteren Zeitraum
zur intensiveren Beobachtung des Kindes unter verstärkter Beteiligung der
sozialpädagogischen Fachkraft unter Festlegung von Kriterien beschließen.
Das Ergebnis wird mit den
Erziehungsberechtigten besprochen.
|
|
|
|
|
|
2. Konferenz |
Dezember |
Die weitergehenden Beobachtungen werden
vorgestellt, ausgewertet bzw. es wird der von der sozialpädagogischen
Fachkraft erstellte besondere Förderplan besprochen und als Grundlage der
gemeinsamen weiteren Arbeit beschlossen.
Es wird geprüft, ob eine zusätzliche
Förderung (z. B. Lernstudio) im Rahmen der vorhandenen Lehrerressourcen
notwendig und möglich ist. Das Ergebnis wird mit den Erziehungsberechtigten
besprochen.
|
|
|
|
|
|
3. Konferenz |
vor den Osterferien |
Die Klassenkonferenz evaluiert die
Förderarbeit mit dem Kind seit Dezember. Es wird hinterfragt, ob eine
Verweildauer von 3 Jahren in Frage kommen muss. Die Klassenkonferenz legt
auf der Basis des sozialpädagogischen Förderkonzepts die Lernziele fest, die
bis zum Schuljahresende auf jeden Fall erreicht werden sollen.
Das Ergebnis wird mit den
Erziehungsberechtigten besprochen. Sollte sich abzeichnen, dass eine
Förderung in der Klasse 2 trotz der gebotenen Differenzierungsmaßnahmen
voraussichtlich nicht sinnvoll ist, kann mit den Eltern auch schon zu diesem
Zeitpunkt ein Wechsel in die niedrigere Lerngruppe besprochen werden. Der
Förderauftrag der Grundschule bleibt bis zum Schuljahresende gleichwohl
ungeschmälert bestehen. Zugleich soll die Frage erörtert werden, ob es Sinn
macht, vom 1. Tag des neuen Schuljahres erneut die 1. Klasse zu besuchen
(Bedeutung des Lernens im Sozialverband) oder ob ein Wechsel erst nach
einigen Schulwochen erfolgen sollte. (Abgleich der Fördermöglichkeiten der
beiden Klassen, Notwendigkeit der Wiederholung auch der ersten Schulwochen).
Ein Wechsel der Lerngruppe ist auf jeden
Fall nur mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten möglich.
|
|
|
|
|
|
4. Konferenz |
Versetzungs-konferenz |
Die Klassenkonferenz evaluiert die
Förderarbeit mit dem Kind seit den Osterferien. Dabei ist die Frage zu
beantworten, ob eine Förderung im folgenden Schuljahr bei der gebotenen
Differenzierung in der 2. Klasse möglich ist oder besser in der 1. Klasse
erfolgen sollte. (Auch Kriterien wie soziale und emotionale Reife, Rolle im
Klassenverband usw. sind zu bedenken, s. 3. Konferenz).
Die Klassenkonferenz berät über den
schulischen Entwicklungsstand auch aller anderen Kinder.
|
Entsprechend ist bei langsamer
lernenden Kindern zu verfahren, wenn sich Lernrückstände erst im 2.
Schulbesuchsjahr (2. Jahrgang) entwickeln.
Die Verweildauer in der
Schuleingangsphase von maximal drei Jahren darf aber nicht überschritten werden.
3.5. Lernstands- und
Förderdiagnostik
Das Kollegium hat sich
entschieden, seine pädagogische Arbeit zur Schuleingangsphase zunächst voll auf
die Erstellung von Förder- und Entwicklungsplänen zu konzentrieren. Dabei wird
besonderer Wert auf die Einsatzfähigkeit und Praktikabilität im schulischen
Alltag sowie auf Übersichtlichkeit gelegt.
Die Pläne beinhalten die
Bildungsdokumentation der Kita (sofern zur Verfügung gestellt), die Erkenntnisse
aus Anmeldung, Sprachstandsfeststellung und Sprachkurs (s. Punkte 2.4. bis
2.7.).
Ein vom Kollegium erstelltes
Dokumentationsraster gibt fortlaufend Auskunft über den Lernstand in den
einzelnen Fächern, aber auch über die Gesamtentwicklung jedes Kindes.
Lernstand, Fördermaßnahmen und
deren Überprüfung werden ebenso schriftlich fixiert, wie Elterngespräche und
andere, das einzelne Kind betreffende Maßnahmen.
Die vorgegebenen Raster werden
in zukünftigen Konferenzen/ Fachkonferenzen auf der Grundlage der Richtlinien
und Lehrpläne für die Grundschulen in NRW (zurzeit in Erprobung), unter
Berücksichtigung der zu erreichenden Lernstandards nach Klasse 2 (Mathematik und
Deutsch) und der für unsere Schule wichtigen speziellen Förderbereiche und
–ziele möglichst konkret gefüllt.
Eine regelmäßige Evaluation vor
allem im Blick auf die Praktikabilität ist vorgesehen.
3.6. Fördermethodische und
förderdidaktische Überlegungen
In den bewährten und in
Grundzügen nach wie vor richtungsweisenden Lehrplänen, die seit 1985 bzw. 1986
galten, wurden unterrichtliche Methoden angesprochen, die in der Vergangenheit
auch an der Grundschule Engelbertstraße wichtige Bestandteile des Schulalltags
wurden. Sie sind geeignet, auch unter den Ansprüchen der neuen
Schuleingangsphase tragende Elemente der individuellen Förderung sowohl für
schneller lernende als auch langsamer lernende Kinder zu sein.
Zu nennen sind vor allem die
Organisationsformen, die einen offenen Unterricht ermöglichen, also alle Formen
gemeinsamer oder differenzierter Aufgabenstellung mit möglichst hohem Maß an
Selbstständigkeit und Selbstverantwortung bei gleicher oder unterschiedlicher
Zeitvorgabe in Einzelarbeit oder sozialem Miteinander:
Arbeiten nach
Arbeitsplänen (Tagesplan, Wochenplan)
Arbeiten an
Lernstationen (Lerntheken, Lernbuffets)
Partnerarbeit
Werkstattarbeit
Projektarbeit,
projektartige Vorhaben
Freiarbeit (ggf.
mit Hilfen zu Planung, Dokumentation, Selbstreflexion)
Arbeit am und mit
dem Computer
Der fördermethodische wie
förderdidaktische Erfolg der Unterrichtsformen hängt wesentlich von den
gestellten Aufgaben ab, die dem Lernstand des einzelnen Kindes oder der Gruppe
angepasst sein müssen:
Die Kinder müssen
die Aufgabenstellungen möglichst selbstständig verstehen und bearbeiten können.
Der Unterricht muss zur Selbstständigkeit erziehen, die Aufgaben müssen dies
spiegeln.
Der Unterricht
soll sich hinsichtlich der Lernziele und -wege an Lernausgangslage und
Entwicklungsmöglichkeit des Kindes / der Kinder orientieren und
Individualisierung / Differenzierung ermöglichen. Dies gilt gerade auch für die
Aufgaben der Planarbeit: Sie sollen interessen- und leistungsdifferenziert
gestaltet sein.
Die Aufgaben
stehen nicht isoliert da, sondern sind in den Unterricht eingebettet und dienen
der selbstständigen Vertiefung und Wiederholung. Sie können aber durchaus auch
wie bei Projektarbeit und freier Arbeit neue Erkenntnisse erschließen, gerade
wenn sie zu selbstgesteuertem Weiterlernen einzelner Kinder führen.
3.7. Einbindung der
sozialpädagogischen Fachkraft
Die Arbeit der
sozialpädagogischen Fachkraft ist unverzichtbarer Bestandteil der neuen
Schuleingangsphase. Es ist ihre entscheidende Aufgabe, in enger Kooperation mit
der Klassenlehrkraft vor allem jenen Kinder mit weniger ausgeprägtem
Schulfähigkeitsprofil im Rahmen des Konzepts zur Entwicklungs- und
Bildungsförderung Hilfestellung zu geben.
Die Aufgaben der
sozialpädagogischen Fachkraft gliedern sich wie folgt:
3.7.1. Förderung im
Klassenverband
Situationsbedingte,
individuelle Unterstützung einzelner Kinder mit dem Ziel einer erfolgreichen
Teilnahme am Unterricht durch
Förderung von
Konzentration, Ausdauer und Belastbarkeit
Stärkung des
Selbstvertrauens und der Selbstständigkeit
Entwicklung des
Aufgabenverständnisses
Förderung der
Lernfreude
Entwicklung der
Arbeitshaltung
Förderung der
Eigenständigkeit
Vermittlung von
Arbeitstechniken
Förderung der
Arbeitsplanung und der Arbeitsorganisation
Förderung und
Unterstützung in der Lernentwicklung, besonders in den Bereichen Mathematik und
Sprache
3.7.2. Förderung durch
zusätzliche Förderstunden im Rahmen des Lernstudios oder in zusätzlichen Stunden
in den Bereichen
Grobmotorik
Feinmotorik
Graphomotorik
Wahrnehmung,
Sensomotorik
 auditiv
 visuell
 visuomotorisch
 taktil-kinästhetisch
 Figur-Grund-Wahrnehmung
 Wahrnehmungskonstanz
 Raum-Lage-Beziehungen
Sozialverhalten
 Förderung der
Kontaktfähigkeit
 Förderung der
Kooperationsfähigkeit
 Förderung der
Gruppenfähigkeit
 Beachtung von
Gruppenregeln
 Stärkung zur
Überwindung von Frustrationen
 Entwicklung von
Mut
Entwicklung von
mathematischen Grundlagen
Sprachpflege
Wortschatzübungen
/ Wortschatzerweiterung
Entwicklung von
grammatischen Strukturen
Ergänzen und
Nacherzählen
Für diese Maßnahmen äußerer
Differenzierung steht ein entsprechend ausgestatteter Förderraum zur Verfügung.
Ergänzend zu den hier
aufgeführten Tätigkeitsfeldern sei verwiesen auf das vom Arbeitskreis
„Innovative Schuleingangsphase“ entwickelte Konzept einer Arbeitsgruppe aus
Schulkindergartenleiterinnen aus Wuppertal, Remscheid und Solingen
„Sozialpädagogische Entwicklungs- und Bildungsförderung in der flexiblen
Schuleingangsphase“,
das zur weiteren Orientierung diesem Förderkonzept beigefügt ist.
3.8.
Sportförderunterricht im 1. Schuljahr
„Bewegung und
Bewegungserziehung haben für den ganzheitlichen Entwicklungsprozess des Kindes,
für seine individuelle, harmonische Persönlichkeitsentwicklung, eine ganz
fundamentale Bedeutung” ( Balster. K, Kinder mit mangelnden Bewegungserfahrungen,
Teil 2, Duisburg 1998). Untersuchungen in NRW haben ergeben, dass bereits jedes
5. Grundschulkind erhebliche Bewegungs- und Haltungsmängel, sowie motorische
Defizite und Leistungsschwächen aufweist (WP, 02.10.97). Alltagserfahrungen in
den Schulen mit Schüler/innen konfrontieren uns darüber hinaus mit Defiziten vor
allem
der
Gleichgewichtsfähigkeit,
der
Wahrnehmungsfähigkeiten,
der
koordinativen Fähigkeiten,
Allgemein wird von
Bewegungsmängeln bei Kindern gesprochen, die insbesondere auf die heutigen
Lebensbedingungen zurückgeführt werden und über die genannten Defizite hinaus zu
bedeutsamen Verhaltensauffälligkeiten (Angst, Aggression, überaktiv,
lustlos....) mit besonderen Beeinträchtigungen des Lern- und Leistungsverhaltens
führen können.
Bei der
Einschulungsuntersuchung und der gezielten Beobachtung der Erstklässler durch
die Lehrkräfte werden Defizite der Körperhaltung, Koordination, des
Gleichgewichtes, der Wahrnehmungsbereiche festgestellt und den Kindern über den
Sportförderunterricht, zusätzlich zum regulären Sportunterricht, gezielte
Förderschwerpunkte/- möglichkeiten angeboten.
An unserer Schule findet der
Sportförderunterricht für die Kinder des 1. Schuljahres
statt. Er ist aber darüber hinaus grundsätzlich für alle weiteren Jahrgänge und
alle Schulformen vorgesehen.
Der Sportförderunterricht wird
von Lehrkräften unterrichtet, die sich über entsprechende Weiterbildungsangebote
/ Lehrgänge für die Erteilung des Sportförderunterrichts qualifiziert haben.
3.9. Überlegungen zur Beratung
und Einbindung von Eltern vor und in der Schuleingangsphase
Der
gesetzlich formulierte Förderauftrag kann nur dann zu einer erfolgreichen
Weiterentwicklung der Grundschularbeit führen, wenn ihr Anliegen und ihre
Inhalte den Eltern transparent gemacht werden und Eltern die Intention mit
tragen.
Gerade die Schwerpunktsetzungen
der Individualisierung und Differenzierung bringt den Gedanken nahe, Eltern
stärker einzubinden in das Unterrichtsgeschehen, so wie es in zahlreichen
vorliegenden Dokumentationen zu bereits praktizierten flexiblen Eingangsstufen
demonstriert wird. Hier zeigt sich aber ein Problem, dass sich möglicherweise in
den nächsten Jahren noch verschärfen wird:
Die Schule hatte bereits in der
Vergangenheit Schwierigkeiten, genügend Helfer aus den Elternreihen zu gewinnen
für besondere Veranstaltungen während der Unterrichtszeit. Dies lag vor allem an
der ansonsten aus allgemeinen gesellschaftspolitischen Erwägungen heraus
wünschenswerten Berufstätigkeit vieler Mütter (und Väter) auch unserer Schule.
Das sich ausweitende Angebot an Ganztagsbetreuung / Offene Ganztagsgrundschule,
das gerade an unserer Schule bereits am 01. 08. 04 zur Erfüllung der
landesweiten „Sollzahlen“ für 2007 führte (ohne Hort), ist ein sicherer Beleg
dafür.
Dennoch besteht in jeder Klasse
auch vor diesem Hintergrund grundsätzlich die Möglichkeit, qualifizierte Eltern
zur individuellen Hilfe und Förderung einzuladen. (Lesemütter, Hilfe am
Computer, alle Formen der Binnendifferenzierung).
Über
Möglichkeiten eines regelmäßigen Einsatzes engagierter Mütter und Väter im
täglichen Unterricht sollte im Kollegium noch weiter beraten werden.
Insbesondere ist zu beraten, ob grundsätzlich ein „Bildungs- und
Erziehungsvertrag“ im Rahmen der Anmeldung der Schulanfänger auch mit
entsprechenden Festlegungen mit den Eltern abgeschlossen werden sollte.
4.0. Veranstaltungen für
alle Kinder oder für mehrere Jahrgänge / Förderung im 3. und 4. Schuljahr
Im 3. und 4. Schuljahr werden
mit Ausnahme des auf den 1. Jahrgang beschränkten Einsatzes der
sozialpädagogischen Fachkraft und des Sportförderunterrichts alle Förderangebote
sachangemessen weitergeführt.
4.1. Kurse zur Förderung von
Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwächen und bei Rechenschwäche
Werden bei einem Kind
Schwierigkeiten im Lesen und / oder Rechtschreiben erkennbar, so ist es zunächst
Aufgabe der Klassen- bzw. Fachlehrkräfte im Bereich Sprache, gezielte
Fördermaßnahmen einzuleiten.
Darüber hinaus kann eine
zusätzliche Förderung notwendig werden. Diese wird an unserer Schule in Form von
Lese-/Rechtschreibkursen für die 2. bis 4. Jahrgänge angeboten.
Entsprechend der individuellen
Lernsituation werden Übungen in folgenden Bereichen durchgeführt:
Förderung der
Lernbereitschaft und Lernfreude,
Stärkung des
selbstständigen Arbeitens,
Vermittlung von
hilfreichen Arbeits- und Lernstrategien,
Übungen zur
Konzentration und Merkfähigkeit,
Entwicklung der
sprachlichen Fähigkeiten,
Erweiterung der
visuellen und auditiven Wahrnehmung,
Förderung der
motorischen Fähigkeiten.
Ferner umfassen die
Fördermaßnahmen Lese-, Schreib- und Rechtschreibübungen.
Sinn und Ziel der LRS- Kurse
ist es, Lernrückstände abzubauen und die erfolgreiche Mitarbeit in den Klassen
zu ermöglichen.
Obwohl aus verschiedenen
Gründen die sogenannte Rechenschwächen nicht den gleichen Stellenwert wie die
„Schwierigkeiten von Kindern beim Erwerb des Lesens und Schreibens“ besitzt,
versucht die Grundschule Engelbertstraße seit dem Schuljahr 05/06, auch Kindern
mit ausgeprägter
Rechenschwäche
durch eine zusätzliche Förderstunde in einer Kleingruppe von 3-6 Kindern pro
Jahrgang in den Klassen 2-4 zu helfen. Inhaltlich geht es neben Wahrnehmungs-
und Konzentrationsübungen um die Vermittlung mathematischer Basisfertigkeiten
mit dem Ziel, auch in Mathematik die Kinder auf den Weg zum Anschluss an den
aktuellen Schulstoff zu führen.
4.2. Leseförderung mit dem
„Lesepiraten“:
In einigen
Klassen der GS Engelbertstraße wird seit Mitte des Jahres 05 mit dem LESEPIRAT
gearbeitet. Der Lesepirat ist ein Angebot des E- Teams des Oberbergischen
Kreises und verbindet den traditionellen Umgang mit einem Medium (wie dem Buch)
und der Nutzung neuer Medien (Internet). Die Lesebereitschaft der Kinder wird
gefördert und die Schülerinnen und Schüler werden zum Lesen von Ganzschriften
motiviert. Ist ein Buch gelesen, (das im „Lesepirat“ aufgenommen ist), können
die Kinder (nach kurzer Einarbeitungszeit und Registrierung) über das Internet
inhaltliche Fragen zu dem gelesenen Buch beantworten. Die Fragen müssen von den
Schülern in einer bestimmten Zeit beantwortet werden und dürfen auch nur ein Mal
bearbeitet werden. Für die Beantwortung der Fragen können Punkte gesammelt
werden und es kann eine Art Wettbewerb stattfinden.
Um eine ansprechende Auswahl
von Büchern zur Verfügung stellen zu können, leiht die Stadtbücherei Schwelm
Bücherkisten aus.
4.3.
Mathematikförderung mit dem „Mathepiraten“
Der Idee des Lesepiraten folgt
der „Mathepirat“. Hier kann man Knobel-, Sach- und Geometrieaufgaben aus der
Mathematik lösen, um zu zeigen, wie fit man im Rechnen und in der Mathematik
ist.
Aufgaben findet man hier für alle Jahrgänge der Grundschule, so dass die
Lehrkraft für jedes Kind seinem Lernstand entsprechend Übungsaufgaben finden
kann. Für richtig beantwortete Aufgaben gibt es Punkte wie bei einem Quiz. Auch
hier haben sich einige Lehrkräfte der Schule als Teilnehmer mit ihren Kindern
angemeldet.
4.4.
Schülersport-Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag in Kooperation mit
ortsansässigen Vereinen in Handball, Karate, Fußball und Basketball
Die Grundschule Engelbertstraße
bietet den Schülern die Teilnahme an verschiedenen
Schüler-Sport-Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag an. Sie finden als zusätzliche
freiwillige Schulveranstaltungen unter der Leitung erfahrener Übungsleiter und
in Kooperation mit heimischen Vereinen statt. Dort können die Kinder zusätzlich
zu den wöchentlichen 3 Sportstunden am Vormittag erste Erfahrungen mit
speziellen Sportarten machen, die in diesem Umfang nicht im Sportunterricht
behandelt werden können. Bei teilweiser Beschränkung auf
einzelne Jahrgänge werden zurzeit für alle Schüler Arbeitsgemeinschaften in
Handball, Basketball, Karate und Fußball angeboten. Wegen des hohen Zuspruchs
müssen Gruppen teilweise sogar geteilt werden. Weitere Bewegungs- und
Sportangebote werden im Rahmen der Offenen Ganztagsgrundschule vorgehalten.
Bei Turnieren oder
Freundschaftsspielen können die erlernten sportlichen Fähigkeiten mehrmals im
Jahr gemessen werden. So ist es inzwischen ein
selbstverständlicher Brauch, an dem jährlichen Fußballturnier unter der
Schirmherrschaft des Bürgermeisters der Stadt teilzunehmen, das der VfB Schwelm
für alle Grundschulen anbietet. Ebenso
gibt es ein jährliches Handballturnier der TG Rote Erde Schwelm in zwei
Altersgruppen. Den Schülern wird auch
Gelegenheit gegeben, das Deutsche Schüler-Sportabzeichen abzulegen. Die im
Unterricht erbrachten Leistungen können bestätigt werden und die Schule
übernimmt die Auswertung der Leistungen und die Verleihung der Urkunden.
Weitere
Schülersportarbeitsgemeinschaften werden im Rahmen der offenen
Ganztagsgrundschule angeboten.
4.5. Motorische Förderung im
Rahmen der Radfahrausbildung im 2., 3. und 4. Jahrgang
Kindern
bis zum achten Lebensjahr fallen Mehrfachtätigkeiten (wie sie zum Rad fahren
notwendig sind) entwicklungsbedingt noch schwer. Da sie sich mit dem „Spielgerät
Fahrrad“ aber im Grenzbereich zum Straßenverkehr bewegen, fällt diese
Altersgruppe durch erhöhte Unfälle auf. Begleitendes Training der Wahrnehmung
und Schulung der Sinne und der Motorik, des Sozialverhaltens und der
Sozialerfahrung sind ein besonderer Schwerpunkt der Schuleingangsphase.
Unsere Übungen zum motorischen
Radfahrtraining sollen unter Beteiligung möglichst vieler Eltern (auch als
Helfer) erfolgen. Eine ausführliche Darstellung der Radfahrausbildung an der
Grundschule
Engelbertstraße
findet sich im Schulprogramm der Schule.
4.6. Maßnahmen zur
Gewaltprävention und Persönlichkeitsentwicklung
Ein
nach wie vor aktuelles Problem ist die zunehmende Gewalt in der Gesellschaft.
Ohne dass Anhaltspunkte für eine besondere Bereitschaft zur Gewalttätigkeit an
unserer Schule erkennbar wären, sieht es das Kollegium als tägliche
präventive Pflichtaufgabe von Grundschule und Elternhaus an, die Kinder zu
einem gewaltfreien Miteinander zu erziehen. Dies ist fester Erziehungsgrundsatz
und wird von den Lehrkräften (und zum Teil mit Elternhilfe) auch im Rahmen
zusätzlicher Angebote umgesetzt. Hierzu nutzen wir konsequent auch die
kompetente Hilfe außerschulischer Partner. Selbstverständlich geht es dabei
immer um verantwortliches Handeln gegenüber Personen und Sachen.
Bereits mehrfach sind an je
einem Schulvormittag in den 3. Jahrgängen die
Unterrichtseinheiten „Kreative Konfliktlösung“ des Ehepaares Lingenberg
durchgeführt worden. Beide sind Sozial- und Religionspädagogen bzw.
Deeskalationstrainer. Zu ihren Veranstaltungen gehören u. a. spiel- und
theaterpädagogische Elemente sowie reflektierende Gespräche, die an die
Erfahrungen der Kinder anknüpfen. Das Wahrnehmungs- und Urteilsvermögen der
Kinder wird dadurch geschult. Ferner haben wir das Angebot gewaltpräventiver
Maßnahmen von Mitarbeitern des Kommissariats Vorbeugung und „unserem“
Bezirksbeamten der Kreispolizei gern aufgenommen.
Eine weitere Maßnahme zur
Gewaltprävention findet seit drei Jahren als sogenanntes WSD
-Persönlichkeitstraining (WSD = Women Self Defence) unter Vermittlung der
Schule statt. Hierbei
geht es überwiegend um Persönlichkeitsstärkung und Konfliktbewältigung sowie um
das Erlernen verbaler und nonverbaler Selbstverteidigungstechniken gegen
verschiedenartige Übergriffe. Wichtig bei diesem Kurs ist die
Beteiligung der Eltern. Diese freiwillige Maßnahme, zu der auch
Fortbildungskurse angeboten werden, findet außerhalb der regulären
Unterrichtszeit am Nachmittag statt.
Eine
dritte, durch Elternwunsch angeregte Veranstaltungsreihe ebenfalls außerhalb der
Unterrichtszeit, ist die sogenannte WO-DE –Sicherheitsschulung, zu der es auch
ein Auffrischungsseminar gibt. Vor allem der Bereich der
Selbstbehauptung wird bei diesem Angebot besonders umfassend thematisiert. Das
Praxistraining findet in realitätsnahen Rollenspielen im Beisein eines
Elternteils statt. Ein weiterer Bestandteil dieses Sicherheitstrainings ist eine
Erprobung in der Praxis vor der Schule.
Einhellige Meinung ist es, dass in den vergangenen Jahren die Gewaltbereitschaft
deutlich nachgelassen hat, so dass auch keine besonderen pädagogischen Maßnahmen
oder gar Ordnungsmaßnahmen ergriffen werden mussten. Dazu trugen sicherlich
nicht nur die verschiedenen zusätzlichen Maßnahmen bei: Auch viele Bausteine des
Schulprogramms haben sicherlich zum Erfolg beigetragen: (Aufarbeitung von
Pausenkonflikten mit der Klassenlehrkraft als Streitschlichter in der
Frühstückspause / Erzieherische Betreuung im Offenen Ganztag bei vereinbarten
gleichen Erziehungszielen in Schule und Betreuung / Patenschaften und
Patenklassen u. v. a.)
4.6.1. Projekt
Schülersprechstunde mit dem Deutschen Kinderschutzbund als außerschulischem
Partner
Ab dem Sommer 2007 ist als
Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund in Schwelm das Angebot einer
„Kindersprechstunde“ geplant. Projektidee ist, an der Schule eine professionelle
Beratungsstelle mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention für Schülerinnen und
Schüler, Lehrkräfte und Eltern anzubieten. Unterrichtsbegleitende Projekte und
Maßnahmen sollen das Beratungsangebot ergänzen.. Im Kontext
mit „Schule“, aber als unabhängige und neutrale
Instanz will der KSB Schwelm mit dem präventiv orientierten Projekt Interessen,
Problemlagen und Bedürfnisse der Kinder aufgreifen. Lebenswelt- und
sozialraumorientiert werden Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen bereitgestellt,
die zu einem positiven Umgang mit Konflikten führen. Ziele sind
Beratung und
Unterstützung der Schülerinnen und Schüler mit dem Ziel soziale und personale
Konpetenzen zu stärken sowie gewaltfreie Konfliktlösungen kennen zu lernen,
Beratung von
Lehrern und Eltern, um Handlungskompetenzen zu stärken, die genannten Ziele
gemeinsam zu bearbeiten und Konflikten vorzubeugen,
Bildungsangebote,
Beratung und Zusammenarbeit mit Eltern, um ihre Erziehungskomptenzen zu stärken,
Sozialräumliche
Vernetzung der Schule mit Angeboten der Jugendhilfe durch aktive Zusammenarbeit
mit weiteren Hilfesystemen.
4.7. Förderung in der Offenen
Ganztagsgrundschule
Die konkreten Förderbeiträge im
Rahmen des vom Kollegium einzubringenden Stundenkontingents in die Offene
Ganztagsgrundschule sind im Konzept „Einsatz von Lehrkräften in de Offenen
Ganztagsgrundschule als Teil des Individuellen Förderplans“ dargestellt. (Anhang
4)
5.0. Konzept zur Förderung von
Kindern mit Migrationshintergrund
Das Förderkonzept für Kinder
mit Migrationshintergrund ist als Anlage 3 beigefügt. Eine Evaluation erfolgt im
Zusammenhang mit der Berichterstattung zu den erhaltenen Stellenzuweisungen.
6.0. Übergreifende Aspekte
6.1. Fortbildungsplanung
Das Kollegium führt wie bereits
im Schuljahr 04/05 begonnen möglichst interne Fortbildungsveranstaltungen zu
Einzelbereichen des Konzepts durch, an dem alle Kollegiumsmitglieder teilnehmen
sollen. Auch andere Formen (z. B. gemeinsame Veranstaltungen mit Nachbarschulen)
sind denkbar. Auf eine umfassende Planung wird z. Z. verzichtet, da
Entscheidungen jeweils möglichst zeitnah aus der konkreten Unterrichtsarbeit und
dem Entwicklungsstand des Kollegiums heraus bedarfsorientiert getroffen werden
sollen.
6.2. Evaluation
Regelmäßige Fortbildungen und
Reflexionskonferenzen sollen zur Evaluation dienen. Hierzu wird ein
Fortbildungskonzept erstellt.
6.3. Kooperation innerhalb des
Kollegiums
Die Schule kann auf ein
differenziertes Schulprogramm verweisen, dessen Umsetzung sich auch in Form der
verschiedensten sich über das Jahr verteilenden Veranstaltungen dokumentiert.
Dies setzt Grenzen für zusätzliche Aufgaben.
Dennoch ist die enge
Zusammenarbeit der Lehrkräfte einer Jahrgangsstufe gerade auch im Blick auf ein
effektives Förderkonzept notwendig. Gemeinsame Planung und Arbeitsteilung können
dabei auch erleichternd wirken, auch mit Blick auf die Erstellung von
Materialboxen oder Mediotheken. Allerdings sind auch jene Lehrkräfte
aufgefordert, die nicht gerade im jeweiligen Jahrgang arbeiten, nach Bekanntgabe
eines Themenblocks ihrerseits Material oder Ideen beizusteuern.
Die Verwaltung dieser
Materialboxen bedarf klarer Regeln und Absprachen und ggf. einer eigenen
Zuständigkeit.
Grundsätzlich gilt:
Gemeinsame
Planung auf Jahrgangsebene erfordert regelmäßige Treffen zur Vorbereitung und
Festlegung der nächsten konkreten Unterrichtsziele und ihrer Umsetzung.
Gemeinsamer
Zugriff auf Materialien bedeutet gemeinsame Verantwortung für die vorhandenen
Ressourcen.
6.4. Materialien und
Klassenraumgestaltung
Die heute in der Schule
vorhandenen und von der jeweiligen Klassenlehrkraft gestalteten Klassenräume
enthalten bereits vielfältige Materialien und Anregungen auch zur individuellen
Arbeit. Durch die erforderliche verstärkte Konzentration auf Individualisierung
und Selbstständigkeit der zukünftigen Schülerarbeit wird es aber nötig sein,
noch mehr Material, und zwar in geordneter und für alle erkennbar klar
strukturierter Form vorzuhalten, was die Klassenraumkapazitäten auch unter
brandschutzrechtlichen Gesichtspunkten sprengen wird. Hier sind zentral zu
lagernde themenorientierte Materialboxen angedacht. Diese werden in den nächsten
Jahren –- beginnend mit ausgesuchten Themen des Sachunterrichts -- sukzessive
erstellt.
Wie
bereite ich mein Kind auf die Schule vor?
Einige
Hinweise, die
wichtige
praktische Einzelaspekte aufzeigen,
keinen
Anspruch auf Vollständigkeit erheben.
Was
Sie nicht machen sollten:
Gezielte
(vorbereitende, vorwegnehmende) Übungen durchführen (Leseübungen, Zähl- oder
Rechenaufgaben). Vorschulische Übungseinheiten zur gezielten Vermittlung von
Vorkenntnissen im Rechnen und Schreiben sind nicht wünschenswert und können
später sogar hemmend wirken.
Mit der Schule
als „Erziehungsmittel“ argumentieren („Warte, wenn du in die Schule kommst!“,
„Wenn du in die Schule kommst, wird alles anders!“, „In der Schule wird man dir
das schon beibringen“.)
Stichworte zur längerfristigen „Vorbereitung“ auf die Schule
Die
Kinder sollten
sich selbst an-
und ausziehen können (Mantel, Jacke, Schuhe),
Schnürsenkel
binden können,
das eigene Zimmer
aufräumen und in Ordnung halten können,
leine Aufträge
selbstständig und zuverlässig (bis zum Ende) ausführen können,
Übersicht über
die eigenen Materialien (das eigene Spielzeug) halten können,
mit der
Kinderschere und Buntstift vorsichtig und sicher umgehen können,
verabredete
Regeln einhalten können.
Die
Eltern sollten
Zuversicht in die
eigenen Fähigkeiten entwickeln helfen,
das Kind nicht
überfordern. (d. h. Forderungen an den Möglichkeiten des Kindes orientieren und
so Erfolgserlebnisse anbahnen),
für einen
geregelten Tagesablauf (und eine geregelte Nachtruhe !!!) sorgen,
Fähigkeit
fördern, sich in die Gemeinschaft von Kindern mit
vielen verschiedenen Bedürfnissen und Wünschen einordnen zu können
(Kindergartenbesuch!).
mit ihren Kindern
spielen.
regelmäßig
vorlesen.
mit den Kindern
sprechen / ihnen zuhören.
auf altersgemäßen
Mediengebrauch achten.
für regelmäßige,
ausreichende Bewegung sorgen.
Vor
allem:
Nutzen
Sie das Angebot der Erziehungspartnerschaft der Kindertageseinrichtungen!
In dem
Maße, in dem Sie der Kindertageseinrichtung helfen, ihren eigenen
Bildungsauftrag umzusetzen, helfen Sie Ihrem Kind bei der Vorbereitung auf die
Schulzeit.
Anhang 2:
Arbeitskreis: "Innovative
Schuleingangsphase"
Arbeitsgruppe:
Schulkindergartenleiterinnen aus Wuppertal, Remscheid und Solingen
Namentlich: Ursula Kurzrock,
Friedrich-Ebert.Str. 26, 42719 Solingen, Tel.: 0212/316696
Mail:
u.kurzrock@t-online.de
"Sozialpädagogische
Entwicklungs- und Bildungsförderung in der flexiblen Schuleingangsphase"
1. Vorbemerkung
2. Konzeptionelle Grundlage
3. Aufgabenfelder
4. Rahmenbedingungen
5. Offene Fragen
6. Fortbildung
7. Materialliste
8. Literaturhinweise
1. Vorbemerkung
Sozialpädagogische
Entwicklungsförderung ist Eingliederungshilfe an gesellschaftlichen
Konfliktstellen.
Der Schuleintritt ist
erfahrungsgemäß für viele Kinder eine solche Konfliktsituation, die sie nicht
ohne professionelle Hilfestellung bewältigen können. Sie kommen mit hohen
psycho- sozialen und physischen Belastungen in
die Schule.
Diesen Kindern muss ein
differenziertes System präventiver, beratender, fürsorgerischer, pädagogisch-therapeutischer
Angebote mit vorrangig stützender integrativer Funktion angeboten werden. Hierzu
leistet die Sozialpädagogik einen wesentlichen Beitrag.
Den Ansprüchen und
Bedürfnissen so vieler verschiedener Kinder mit ihren Stärken und Schwächen gerecht zu werden,
die Aufgabe zum sozialen Lernen konstruktiv aufzunehmen und Gemeinsamkeiten in der
Heterogenität zu entwickeln, ist gemeinsame Aufgabe von Lehrer/Innen und
sozialpädagogischen Fachkräften.
2. Konzeptionelle Grundlage
Die sozialpädagogische
Fachkraft setzt die Förderung am Entwicklungsstand der Kinder an. Sie bietet Hilfe bei der
Bewältigung alltäglicher, personenkonzentrierter Konflikte. Dies bedeutet Entwickeln und
Einüben individueller Lösungsmöglichkeiten, Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung,
des Selbstwertgefühls, der emotionalen Stabilität und der Selbständigkeit unter
Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenslagen. Der Weg ist das Ziel.
Die Grundlage der
pädagogischen Arbeit fußt auf einer partizipatorischen Haltung. PädagogInnen wenden ihr Wissen
deskriptiv an: "Ich habe wahrgenommen, dass.....", "schließe daraus..."" usw. und
nicht: "Ich weiß, was für dich/euch gut ist."
So trägt sozialpädagogische
Förderung dazu bei, Benachteiligungen zu vermeiden und abzubauen, dem Risiko des
Scheiterns entgegen zu wirken und schulisch weniger Erfolgreiche darin zu
unterstützen, ihre Stärken zu entfalten und Ressourcen zu erschließen.
Sie hilft positive
Lebensbedingungen zu stärken bzw. zu schaffen, indem sie daran mitwirkt, Schule als Lebensraum so zu
gestalten, dass alle darin ihren Platz haben. Sie muss ein fester, kontinuierlicher Bestandteil
des Unterrichtskonzeptes der Schule sein.
Sozialpädagogische Ansätze
sind z. B.:
Basale Förderung durch
Training der sensomotorischen Fertigkeiten
Spielerische
Einübung der Kommunikationsfähigkeit
Fehlende Handlungs- und Umwelterfahrungen nachholen lassen
Vermehrte
Lernangebote auf der konkreten Anschauungsebene
Gewährung
von mehr Lernzeit und Übungen mit erhöhtem Wiederholungsanteil
Vorbereitung
einzelner Kinder auf das Lernen in der Gruppe
Emotionale
Zuwendung bei Kindern mit erhöhtem Kontaktbedürfnis
Spiel-
und Entspannungsphasen für Kinder ohne größere Energiereserven
Vermehrtes
Angebot für Kinder mit erhöhtem Bewegungsdrang
Beratung
von Eltern in Schul- und Erziehungsfragen, über Möglichkeiten der häuslichen Unterstützung und
notwendige außerschulische Therapiemöglichkeiten
Beratung
von und mit Lehrkräften in Konfliktfällen und der Organisation von Unterricht im Sinne einer
ganzheitlichen Förderung
Ansprechpartner
in der Vernetzung vieler verschiedener außerschulischer Institutionen
Freiräume
nutzen oder schaffen für besondere Angebote an Kinder, deren Bedürfnisse im normalen
Unterricht nicht berücksichtigt werden können
Themen-
und bedürfnisorientierte Angebote für Eltern
Anderer
Zugang zu Eltern in Beratungsgesprächen ohne Beurteilungsdruck
Möglichkeiten
der Chancen für Kleingruppen- und Einzelarbeit
Rückzugsmöglichkeiten
(Schonraum) für Kinder bei Überforderung
Gelegenheit bieten von
Freiräumen für Lehrer/Innen um Kinder beobachten zu können
Erweiterung des
"pädagogischen Blickwinkels" um größere Sicherheit bei Entscheidungen zu haben, die
die Entwicklung und Förderung des Kindes betreffen
Situatives Eingehen auf
Impulse der Kinder da keine Lehrplangebundenheit besteht
3. Aufgabenfelder
Durchführung
von Förderdiagnostik und Erstellung von Förderplänen
Dokumentation
von Entwicklungsfortschritten
Schaffung
von Bedingungen, die Entwicklungsanreize geben
Förderung
im Bereich der Grob- und Feinmotorik
Freies
und gelenktes Spiel, sowie Rollenspiele
Förderung
von kreativen Spielsituationen
Sprachbegleitendes
Tun
Förderung
der Eigen- und Fremdwahrnehmung unter Berücksichtigung aller Sinne
Förderung
im mathematischen Bereich und des logischen Denkens mit entsprechend
anschaulichen Materialien
Förderung
von kreativen Spielsituationen
Handlungsorientierte
Erfahrungen im Bereich Umwelterziehung
Motopädagogik,
Psychomotorik, Entspannung
Förderung
der Fähigkeiten im schöpferisch künstlerischen Bereich
Förderung
von Konzentration, Ausdauer, Beobachtungs- und Merkfähigkeit
Hilfen
im Erwerb von Organisationsstrukturen die für schulisches Lernen und für eine erfolgreiche Beteiligung
am Unterricht Voraussetzung sind.
Förderung
im Erwerb emotionaler Kompetenz und Konfliktfähigkeit
Unterrichtsbegleitung
- Unterstützung und Stabilisierung der Kinder im Unterricht im Sinne von Rückhalt geben
und nicht Nachhilfe erteilen - sanfter Ablösungsprozess
Elternarbeit
4. Rahmenbedingungen
a) äußere Rahmenbedingungen
 Eigener
Raum (ehemaliger Schulkindergartenraum)
 Eigenes Fördermaterial (ehemaliges
Schulkindergarteninventar)
 Kontinuität
und angemessener Zeitumfang der Fördermöglichkeit
 Einsatz
an einer Schule - ½ Stelle pro Eingangsklasse
 Teamberatungsstunden
innerhalb des Stundenplans
 Beibehaltung
des Etats
b) pädagogisch -
konzeptionelle Rahmenbedingungen
 Veränderte
Didaktik und Methodik des Anfangsunterrichts
 Einheitliche
Eingangsdiagnostik in NRW - zumindest aber auf kommunaler Ebene
 Erstellen
von Förderplänen
 Die
Förderung muss den Kindern Sicherheit geben durch feste Bezugspersonen, Kontinuität, verlässliche
Strukturen - kein Aufteilen in zu viele verschiedene Fördergruppen
 Veränderte
Rhythmisierung des Unterrichtsvormittags und gegebenenfalls der Stundenplangestaltung (alle
Klassen haben zur gleichen Zeit die Kernfächer um äußere Differenzierung für
Förderung möglich zu machen)
 Mögliche Alternative wäre
auch eine Klassenführung im Teamteaching wie in den GU Klassen
 Einbeziehung
der sozialpädagogischen Arbeit im Sinne der Begleitung und Beobachtung von
Entwicklungsprozessen - kein Erteilen von Nachhilfe
c) kollegial - strukturelle
Rahmenbedingungen
 Gegenseitige
Akzeptanz von schul- und sozialpädagogischer Professionalität
 Teamarbeit
der Unterrichtenden und der sozialpädagogischen Fachkraft
 Zusätzliche
spezielle Fortbildungsmöglichkeiten
 Ausdauer,
Kreativität, Transparenz in der Umgestaltungsphase
 Gegenseitige
Hospitationen zwischen Schulen mit verschiedenen Konzepten
 Supervision
für alle Beteiligten - insbesondere in der Umgestaltungsphase
5. Offene Fragen
Veränderung
der Schulpflichtzeit, wenn Kinder drei Jahre in der Eingangsstufe verbleiben?
Werden
schulberechtigte Kinder aufgenommen und diese auf Schulfähigkeit überprüft?
Wie
wird mit Rückstellungsempfehlungen von Amtsärzten/innen umgegangen?
Wie
wird mit dem Problem der täglichen Selektion von Kindern umgegangen?
Ihnen fehlt ein Teil des
Gruppengeschehens
Wie geht das Kollegium damit
um das Lehrkräfte vorrangig in der Eingangsstufe unterrichten und andere in den
3. und 4. Schuljahren
Sind
Berichtszeugnisse nur einmal im Schuljahr ausreichend und welche Mitteilungen über
Förderdifferenzierungen erhalten die Eltern?
Gleichstellung
der Schulen ohne Schulkindergärten in Form von Einstellungen einer Sozialpädagogin,
Erstellung eines Förderraumes und Etatzuschläge für notwendiges Material
6. Fortbildung
a) für Lehrer/innen und
sozialpädagogische Fachkräfte
 Förderdiagnostik
und Erstellung von Förderplänen
 Methodenkompetenz
- veränderte Unterrichtsformen
 Jahrgangsübergreifendes
Lehren und Lernen
 Kooperationsformen
- Teambereitschaft und Teamfähigkeit
 Wie
kann der sozialpädagogische Ansatz "Vom Kinde aus" in der Schuleingangsphase
verwirklicht werden?
b)
für sozialpädagogische Fachkräfte
 Kontinuierlicher
Austausch (AG) auf regionaler Ebene
 Überregionaler
Erfahrungsaustausch
Sozialpädagogisch
spezifische Fortbildungen im Sinne neuer Erkenntnisse und Therapieformen
7. Materialliste zur Förderung
der verschiedenen Bereiche
Diese Mindestaufstellung
erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist als Anregung gedacht für
Schulen, die in der Vergangenheit keine Erfahrungen mit
Schulkindergärten hatten. Wichtig bei der Durchführung aller Spiele sind
die persönliche Zuwendung und Beobachtung, um Defizite zu erkennen und durch
sprachbegleitendes Tun die Begriffsbildung zu fördern, sowie Transfers und
Vernetzungen anzubahnen. Auch fördern die, unter einem Schwerpunkt aufgeführten
Spiele, immer auch andere Bereiche.
Sprachentwicklung
- Mundmotorik
 Hand- und Fingerpuppen, Puppen
beiderlei Geschlechtes. Puppenzubehör wie: Kleidung,
 Möbel, Geschirr, Arztkoffer.
 Bauernhof mit Tieren.
Verschiedene Fahrzeuge und Zubehör wie: Verkehrsteppich,
 Straßenschilder, Schienen,
Playmobil mit verschiedenem Zubehör.
 Spiele vom Ravensburger
Verlag: "Sprich genau -Hör genau", "Spielgeschichten",
 "Wörter Duo", "Wir legen
Geschichten", "Das Spielhaus", " Der Rategarten",
 "Kontrast", "Was reimt sich?",
"Faxen machen" (Pantomime)
 Vom Wehrfritz Verlag:
"Sprachförderungsspiel" / M. Terborg "Papperlapapp"
 "Logico" Basisübung Deutsch "Kuntibunti"
ProLog (mehrere Spiele für Mundmotorik, Artikulation und Stimme)
 Pustespiele, -bälle.
Strohhalme, Watte, Federn, Bilderbücher
Grobmotorik
 Gleichgewichts-Halbkugeln,
Balancierbretter für Füße und Hände, Pedalo, Riesenmikado,
 Minitrampolin, Sandwanne. Die
"moveit Kiste" inclusieve Anleitungsbuch von der Landesverkehrswacht u.a. "Twister"
Verlag Wehrfritz
Feinmotorik
 "Fingerspiele", Perlen,
Wäscheklammern, Pinzetten chinesische. Essstäbchen,
 Dauerknetmasse, Steckspiele,
Fädelspiele, Legosteine, verschiedene Kreisel, Nagelspiele,
 Schraubspiele (Baufix)
Fischertechnik.
 Verlag Ravensburg:
"Pack-Esel", "Stapelmännchen", "Blinde Kuh"
 Auge-Hand-Koordination:
"Motorikschleifen", "Kugelrollbahn", Kugellabyrinth"
 "Liegende Acht", "Logico":
"Auge und Hand- Wahrnehmungsübungen", "Startklar"
Raum-Lage-Wahrnehmung
 Verlag Ravensburger: "Differix",
"Kimspiel" Von Heinevetter: "Pfiffix"
Figur-Grund-Wahrnehmung
 Verlag Ravensburger: "Figurix",
"Bunte Formen", "Colorama", "Was passt noch rein
 Von Montessori: "Geometrische
Formen", Einsatzzylinder", "Rosa Turm"
Auditive-, taktil-, kinästhetische Wahrnehmung
 Bälle aus verschiedenen
Materialien, Formen und Größen. Alltagsmaterialien zum Fühlen,
 Hören, Schmecken, Riechen,
Balancieren
 Verlag Ravensburger: Blinde
Kuh", "Hör- was ist das?",
 Wehrfritz Verlag: "Unsere fünf
Sinne und die Umwelt", "Geräusche aus dem Alltag", "Senso", "Streichelspiel"
 Von eibe: "Tast- und
Fühlsack", "Klanghölzer-Material"
 Nathan Verlag: "Lotto des
situations sonores" (Klanglotto)
Mathematik-Logisches Denken-Gedächtnis-Konzentration
Verschiedene Domino- Memory-
Puzzle- und Lottospiele, Bauklötze in verschiedenen Größen, Legeplättchen,
Zollstöcke, Waagen, Eieruhren, Kegelspiel, Ziffern und Buchstaben aus Holz und Sandpapier,
Regel- und Gesellschaftsspiele.
 "Logische Blöcke",
verschiedene "Heinevetter Trainer". "Mini-Lük" und "Lük", "Logico Basisübungen
Mathematik"
 Wehrfritz Verlag: "Wehrfritz
kleine Mengenspiele", "Sortierbox für Formen, Farben, Zahlen", "Ring- und
Mengenzuordnung", "Erstes Rechnen", "Klappenspiel - Würfelzahlen", "Aktionswürfel
zum Selbergestalten", "Zahlenpuzle", "Clowns", "Quips",
 "Schau genau", "Simile", "Differix".
 Der kleine Verlag, der mit dem
roten Faden: "Die Würfelpüramide", "Das merk ich mir".
Umwelterfahrung -
Sachbegegnung
 Vom Rot-Gelb-Grün Verlag: "Die
rote Spielekiste", "Rechts und links und noch mehr",
 "Sehen malen lernen", "LÜK":
"Die kleine Verkehrsschule"
 "Rätselbox- Bausteine
Kindergarten" Bergmoser und Höller Verlag
 Ravensburg Verlag: "Wer
braucht was", "Ene mene Müll", "Mein erster Kalender",
 "Mein Körper", "Wie Tiere groß
werden", Woher kommt mein Essen", "Kennst du den Baum"
Musisch-ästhetische
Erziehung -Entspannung -Psychomotorik
 Sing- und Kreisspielbücher,
Instrumenten Set, Djembe, Regenstab, Klangschale, Igel-, Jonglier- und Tennisbälle,
Chiffontücher. Fingerfarben, große Farbtöpfe, dicke Pinsel, Werkzeuge, Ton,
Naturmaterialien, CDs mit Entspannungsmusik, bunte Seile und Glassteine,
 Antiaggressionsmaterial
8. Literaturhinweise
Diese Aufstellung erhebt
keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist eine Anregung für Schulen, die keinen
Schulkindergarten hatten und somit keine sozialpädagogische Fachkraft haben.
a) zur Theorie
 "Sozialpädagogik
in der Grundschule" Aufgaben, Handlungsfelder und Modelle Reinhard Fatke und Renate
Valtin, Arbeitskreis Grundschule - Der
Grundschulverband-e.V. Band 100 1997
 "Schulanfang ohne Umwege"
Gabriele Faust-Siehl/Angelika Speck-Hamden Arbeitskreis Grundschule - Der
Grundschulverband-e.V. Band 111 2001
 "Dokumentation
eines Projektes der Schuleingangsstufe" Ministerium für Kultus, Jugend
und Sport Baden-Württemberg, Schlossplatz 4, 70173 Stuttgart 2001 "Schulanfang"
Ganzheitliche Förderung im Anfangsunterricht und im Schulkindergarten
Landesinstitut für Schule und
Weiterbildung, Paradieser Weg 64, 59494 Soest 1995
 "Der
Schulkindergarten" Arbeitsmodelle für eine Schnittstelle von Sozial- und
Grundschulpädagogik Norbert
Rath, Hildegard Ewering, Waxmann Verlag Münster 1997
b) zur Praxis
 "Theorie und Praxis der
psychomotorischen Förderung" D.Eggert, Borgmann Verlag 1995
 " das ist für mich ein
Kinderspiel" W. Beudel, Borgmann Verlag 1999
 "Handbuch
der Sinneswahrnehmung" Zimmer, Herder Verlag 1995
 "Handbuch
der Bewegungserziehung" Zimmer, Herder Verlag 1995"
 "Sinn-Salabim" D. Jost,
Verlag an der Ruhr 1993
 "Die Wahrnehmungsschule" B. Sowodniok, AOL Verlag 2002
 "Auditive
Wahrnehmung und Sprache" I. Olbrich, Verlag modernes lernen, 1989
Anhang 3:
Konzept zur Integrationshilfe
1. Notwendigkeit von Fördermaßnahmen
1.1.
Ausgangssituation
Die Lebenssituation der meisten
unserer Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund ist gekennzeichnet
durch das Leben in zwei Sprachwelten.
In der Schule benutzen und
verstehen sie – ihren unterschiedlichen Fähigkeiten gemäß – die deutsche Sprache
im vormittäglichen Unterricht und im sozialen Miteinander.
Im häuslichen Bereich ist ihre
Lebenssituation jedoch überwiegend davon geprägt, dass sie einen erheblichen
Teil des Tages mit ihren Familien und z. T. auch mit Freundinnen und Freunden in
ihrer jeweiligen Landessprache kommunizieren.
Diese nicht durchgängige
Sozialisation in der deutschen Sprache behindert das Üben und Anwenden der
sprachlichen Möglichkeiten. Die Folge ist häufig ein begrenzter deutscher
Wortschatz, ferner Schwächen im Satzbau und in der Grammatik, aber auch im
Bereich des sinnentnehmenden Lesens. Besondere Probleme zeigen sich ebenfalls im
schriftlichen Bereich.
Förderung von Kindern mit
Migrationshintergrund darf sich jedoch nicht beschränken nur auf Lernhilfen zum
mündlichen oder schriftlichen Erwerb der deutschen Sprache:
Alle Förderangebote sind selbstverständlich zu gestalten mit der Zielsetzung vor
allem der sozialen Integration, aber auch einer kulturellen Begegnung. Religiöse
oder kulturelle Identitäten dürfen dabei aber nicht verletzt werden.
Auf denkbare
Schwerpunktmaßnahmen hierzu soll im Rahmen dieses Konzepts (noch) nicht weiter
eingegangen werden. Es wäre auch sinnvoll, die zuständige Lehrkraft in diesen
Fragenkomplex einzubinden.
1. 2. Schülerzahlanalysen
Zur Zeit besuchen 284
Schülerinnen und Schüler die GS Engelbertstraße. Davon sind 60
Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunft und 15 Aussiedlerkinder.
Damit hat die GS
Engelbertstraße die zweithöchste Zahl an Kindern ausländischer Herkunft
und Aussiedlern aller Grundschulen in Schwelm.
Da diese Schülerzahlen
selbstverständlich allein noch nicht aussagefähig genug sind hinsichtlich der
Notwendigkeit schulischer Integrationsmaßnahmen für Kinder mit
Migrationshintergrund, wird auf die folgende Übersicht verwiesen.
Lernerfolgsstörungen:
|
Maßnahme |
Jahr / Schuljahr |
Zahl der Kinder insgesamt |
Zahl der Kinder mit Migrations-hintergrund |
|
|
Einschulung 2004
|
|
|
|
Sprachförderung vor
Schulanfang |
Einschulung 2005 |
7 |
7 |
|
Nichtversetzung |
31. 07. 2001 |
0 |
0 |
|
|
31. 07. 2002 |
2 |
1 |
|
|
31. 07. 2003 |
0 |
0 |
|
|
31. 07. 2004 |
0 |
0 |
|
Rücktritte |
2001 |
11 |
6 |
|
|
2002 |
13 |
7 |
|
|
2003 |
6 |
1 |
|
|
2004 |
10 |
5 |
|
LRS- Kurs (2.
Jahrgang) |
2004 / 05 |
7 |
3 |
|
LRS- Kurs (3.
Jahrgang) |
2004 / 05 |
10 |
4 |
|
LRS- Kurs (4.
Jahrgang) |
2004 / 05 |
12 |
8 |
|
VO-SF – Anträge zum |
28. 01. 05 |
6 |
5 |
Die Zahlen weisen einen
erhöhten Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund an den
Lernerfolgsstörungen von bis zu 83 % (VO-SF) bzw. 66 % (LRS- Kurs) aus und sind
damit hinreichender Beleg für schulischen Förderbedarf.
Nicht erfasst wurden dabei jene Schülerinnen und Schüler mit
Migrationshintergrund, die den Leistungsanforderungen der jeweiligen Klasse zwar
noch entsprechen, bei denen sich aber dennoch die Frage nach möglichen besseren
Leistungen in Folge einer intensiveren Förderung stellt.
Die Notwendigkeit einer
Förderung auch dieser Schülergruppe zeigt sich darin, dass von 80 Schülerinnen
und Schülern der Schule, die seit 2001 zu einer der Schwelmer Hauptschulen
gewechselt sind, 46 Schülerinnen und Schüler und somit 57,5 % Schulwechsler mit
Migrationshintergrund sind.
Für den Wechsel zur
weiterführenden Schule ergab sich bei einer Gesamtzahl von 82 Schülerinnen und
Schülern im Sommer 2004 folgendes Bild (jeweils: Kinder mit
Migrationshintergrund / Gesamtzahl der Schulwechsler)
Übergänge zu weiterführenden
Schulen zum Schuljahreswechsel 04 / 05:
|
Hauptschule |
Realschule |
Gymnasium |
Gesamtschule |
Sonderschule |
|
10 / 18 |
11 / 29 |
4 / 21 |
2/13 |
1 / 1 |
|
|
37,9 % |
19,0 % |
15,4 % |
100 % |
Der Anteil von Kindern mit
Migrationshintergrund betrug in diesem Entlassjahrgang 34 %.
Verteilung der Schülerinnen und
Schüler mit Migrationshintergrund auf die einzelnen Jahrgänge (Stand: 10. 02.
04)
|
Jahrgang |
Schülerzahl |
|
0 |
5 |
|
1 |
19 |
|
2 |
20 |
|
3 |
11 |
|
4 |
20 |
|
Summe |
75 |
2. Konzeptionelle Überlegungen
Ausgangspunkt der Bestimmung
von Umfang und Inhalt geplanter Fördermaßnahmen muss immer eine ausreichend
gesicherte Diagnostik unter Berücksichtigung der Sprachbiografie des Kindes
sein.
Hierbei wird sich das von der
Schulkonferenz verabschiedete Konzept zur Flexiblen Eingangsphase in so weit als
sehr hilfreich erweisen, da die dort für die Jahrgänge 1 und 2 festgelegten
Verfahren zur Lernstands- und Förderdiagnostik in vollem Umfang genutzt werden
können.
Gleiches gilt für Aussagen und
Konsequenzen aus der Prüfung zur Sprachstandsfeststellung mittels des Screening-
Verfahrens „Fit für Deutsch“ für den Bereich der Schulanfänger.
Eine Zuordnung von einzelnem
Diagnoseergebnis und konkreter Fördermaßnahme sollte heute und ggf.
grundsätzlich aus Gründen notwendiger Variabilität der Lernhilfe aber nicht
erfolgen. Zudem ist eine solche Festlegung abhängig von den tatsächlich
gegebenen Fördermöglichkeiten.
Andererseits ist es notwendig,
Formen der Förderung nach Inhalt / Bedarf / Umfang und Methode zu unterscheiden
und bei grundsätzlich anerkanntem Bedarf gerade bei den Schulanfängern einen
Schwerpunkt als Basis für zukünftigen Schulerfolg zu setzen. Dies soll im
Folgenden auch erfolgen.
Unterstellt wird, dass der
Förderunterricht nach Stundentafel im Umfang von bis zu 2 Stunden pro Klasse
erteilt werden kann und dazu dient, unterrichtsbegleitend erkennbare Defizite zu
minimieren.
2. 1. Inhalte der Förderung
Notwendige Inhalte des
Unterrichts in diesem Zusammenhang sind in der Regel folgende Punkte, die aus
den Erfahrungen des Kollegiums in der Vergangenheit zusammengestellt wurden:
ggf. weitere
Maßnahmen zur Ermittlung von Sprachbiografie und Sprachstand,
Arbeit mit
Sprechanreizen / Kommunikationstraining zum Aufbau einer sachlich angemessenen
Wortwahl,
allmähliches
Hinführen zur grammatischen Richtigkeit (ist vor allem dann wichtig, wenn Eltern
hinsichtlich der deutschen Sprache „schlechte“ Vorbilder sind),
Training des
passiven und aktiven Wortschatzes aus dem alltäglichen Erfahrungsbereich des
Schulanfängers,
Aufbau einer
Satzstruktur, einfache Sätze, Fragesätze,
Verneinungen,
Fragen – Antworten (Gegenteil)
Arbeitsaufträge
erkennen / Leseaufträge,
Aufbau eines
Grundwortschatzes,
richtiger
Gebrauch der Präpositionen,
Einzahl –
Mehrzahl von Nomen,
richtiger
Gebrauch der bestimmten und unbestimmten Artikel,
Grundform –
Infinitiv,
Verben verändern
(beugen, starke / schwache Verben),
Adjektive
steigern,
Gegenwörter
suchen,
Vergangenheitsformen von Verben,
Lautierübungen,
Bilder
beschreiben,
Bildergeschichten
erzählen [sachlich richtige mündliche Wiedergabe einer Handlungsfolge
(Geschichte) unter Anwendung der bisherigen Lerninhalte]
durchgängig:
Begleitung des Kindes beim Lese- und Schreiblehrgang nach Information durch die
Klassenlehrkraft
sinnverstehendes
Erlesen von einfachen schriftlichen Arbeitsanweisungen,
Wortfamilien
Arbeiten mit dem
Wörterbuch
Wortschatzerweiterung
Selbstverständlich sind
einzelne der genannten Inhalte schwerpunktmäßig eher bestimmten Jahrgangsstufen
zuzuweisen. Das Kollegium hat aber bewusst auf eine stärkere Differenzierung
verzichtet, weil die Inhalte unabhängig von der Zugehörigkeit des Kindes mit
Förderbedarf zu einem bestimmten Jahrgang nach individueller Lernvoraussetzung
oder im Rahmen z. B. einer Wortschatzerweiterung immer wieder im Sinne einer
Curriculumspirale aufgegriffen werden müssen.
2. 2. Themenbereiche und
Methoden
2. 2. 1. Themenbereiche
Hierzu bieten sich vielfältige
Themenbereiche an, von denen nur einige beispielhaft genannt seien.
Ausgangspunkt sollte es dabei sein, Sprachanlässe aus der Erfahrungswelt des
Kindes zu schaffen:
Kinder
kennen lernen,
Themen:
·
Das bin ich
·
Meine Hobbys
·
Meine Familie
·
Das möchte ich
später machen / werden ...
- Alltagsgegenstände in der
Schule / deutsche Namen für Begriffe (kennen) lernen
·
Klassenraum
·
Schultasche
·
Tagesablauf
Feiern
2. 2. 2. Methoden
Da das Spielen beim Kind eine
wichtige Basis des Lernens ist, besteht ein wesentlicher Bestandteil der
Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund in dem Einsatz von Lernspielen.
Spielen ist für Kinder eine Motivation zum Erwerb von kognitiven Fähigkeiten
und Fertigkeiten. Es fördert aber auch soziale Ziele wie Kommunikationsfähigkeit
und Kooperationsfähigkeit. Darum muss der Einsatz von Lernspielen in den
verschiedensten Formen in den Förderunterricht mit aufgenommen werden: Spiele
zur Begriffsbildung, mit Bildern, mit Text, mit Sätzen, mit Wörtern und Silben,
mit Buchstaben und Lauten, Schreibspiele und Rollenspiele.
Ferner werden eingesetzt oder
durchgeführt
Wort –
Bildkarten,
Bildergeschichten
(ordnen – erzählen),
Vorlesegeschichten (auch: Bilderbücher),
Mündlich:
Erzählkreis (von Erlebnissen, Bildern, Bilderbüchern erzählen),
Situationen im
Alltag erproben (z. B. einkaufen gehen, Marktbesuch),
„angeleitetes“
freies Schreiben (Schüler schreibt oder diktiert dem Lehrer, Lehrer korrigiert
oder schreibt und gibt Hilfen, Schüler schreibt Text ab
Lese- Malblätter,
Lernkarteien,
Computerspiele
und -programme zum Erwerb der deutschen Sprache.
3. 1. Fördermaßnahmen im
Anfangsunterricht
Trotz teilweise
jahrzehntelangem Aufenthalt der Eltern in Deutschland weisen Schulanfänger zum
Teil erhebliche sprachliche Defizite auf, die im Rahmen des ausgewiesenen
Unterrichts einschließlich des Förderunterrichts und ggf. auch des Einsatzes der
sozialpädagogischen Fachkraft nicht in ausreichendem Maße „nebenher“
aufgearbeitet werden können.
3. 1. 1. Förderung der Schulanfänger als zusätzliche Kleingruppenförderung
mit grundlegender oder vertiefender Funktion
Aus den vorgenannten Ausführungen leitet sich die
Notwendigkeit einer zusätzlichen Kleingruppenförderung mit vertiefender, zumeist
aber grundlegender Funktion ab. Sie kann verstanden werden als ein durchaus vom
Klassenunterricht abgelöster klassenübergreifender und in weiten Phasen
eigenständiger Grundkurs, der sich vor allem an den Lebens- und
Lernvoraussetzungen und daraus abgeleitet eben dem sprachlichen Bedarf der
Zielgruppe orientiert. Immer sollte die durchführende Lehrkraft in enger
kooperierender Vorgehensweise aber die Unterrichtsinhalte der einzelnen Klassen
im Auge halten, um sinngebende und vertiefende Beziehungen zum Klassenunterricht
zu nutzen.
Diese Maßnahme äußerer
Differenzierung lehnt sich an den bekannten Maßnahmen äußerer Differenzierung in
Klassen mit hohem Migrantenanteil an und macht nach den bisherigen Erfahrungen
mit Förderunterricht für ausländische Kinder Sinn in einem Umfang von 3-4
Stunden pro Woche. Bei einer Zahl von 7-8 Schulanfängern, für die diese
Maßnahmen anzusetzen wären, sollten zwei Lerngruppen gebildet werden mit jeweils
höchstens 3-4 Schülerinnen und Schülern, so dass insgesamt ein Bedarf von 8
Lehrerwochenstunden entsteht.
(Bedarf: 8 Lehrerwochenstunden)
3. 1. 2. Förderung der Schulanfänger als Maßnahme der Binnendifferenzierung
mit lernbegleitender Funktion im Klassenraum
Diese Fördermaßnahme der Schule
erfolgt mit der Maßgabe, erwartete / bestehende / entstehende Defizite bei
Kindern mit Migrationhintergrund in der einzelnen Klasse bei enger Kooperation
mit der Klassenlehrkraft (Teamarbeit) möglichst frühzeitig unterrichtsbegleitend
aufzufangen bzw. zu verhindern. Die Anwesenheit der Lehrkraft für sprachliche
Migrationshilfe hat also ergänzende und verstärkende Funktion im laufenden des
in der Regel durch die Klassenlehrkraft geführten Anfangsunterrichts.
Wichtigste Leistungen der
Schule in diesem Zusammenhang sind Hilfen in Begleitung bzw. in enger Anlehnung
an die aktuellen Lerninhalte der jeweiligen Klasse in bezug auf:
Aufgreifen aller
erkennbaren Lernschwierigkeiten zum Zeitpunkt ihres Entstehens
vor allem:
unmittelbare Begleitung / Hilfe des Kindes beim Lese- und Schreiblehrgang
Wichtig ist dabei die Abstimmung der inhaltlichen Planung der Klassenlehrkraft
(Deutsch) hinsichtlich der Verfügbarkeit der Zweitlehrkraft, vor allem für
Phasen der Neueinführung.
Es sollten zumindest 2
Wochenstunden pro Klasse angesetzt werden, somit bei erwarteter Dreizügigkeit
insgesamt 6 Wochenstunden angesetzt werden.
(Bedarf: 6 Lehrerwochenstunden)
4. Verteilung der zur
Verfügung gestellten Schülerwochenstunden auf die einzelnen Jahrgänge
Das Schwergewicht der Förderung
soll im Bereich der Anfängerklassen angesetzt werden, um die Chancen eines
frühestmöglichen nachhaltigen Erfolgs zu wahren. Dabei ist sich das Kollegium
selbstverständlich bewusst, dass Lese- und Schreiblernprozesse gerade bei
Kindern mit Migrationshintergrund zum Ende der Klasse 1 in aller Regel noch
nicht abgeschlossen sein können. Das Kollegium der
Grundschule Engelbertstraße
hat daher ausführlich die sinnvolle Verteilung von Lehrerwochenstunden zur
Migrantenförderung auf die einzelnen Jahrgänge beraten. Im Ergebnis sollten
Angaben zur Verteilung der zur Verfügung gestellten Lehrerwochenstunden nur eine
Ausgangslage beschreiben. Eine dauerhafte strikte Zuordnung sollte nicht
erfolgen. Vielmehr wird es im Sinne eines bedarfsorientierten Verfahrens als
notwendig angesehen, nach vorliegenden ersten Erfahrungen mit diesem Konzept
bzw. jährlich auch andere Gewichtungen vornehmen zu können. Es wird daher
gebeten, die genannten Stundenangaben dieses Konzepts als Rahmenbedingung für
den sinnvollen Einstieg zu bewerten.
5. Förderung der Schüler mit Migrationshintergrund in den Klassen 2 bis 4
Auf der Grundlage einer
intensiven „Basisförderung“ in den ersten beiden Schuljahren sollten die
Grundlagen der deutschen Sprache durchgängig auch in den weiteren Klassenstufen
in einer Art „Spiralcurriculum“ immer wieder aufgegriffen, gefestigt und
erweitert werden.
6. Themenbereiche und
Methoden in den Klassen 2 bis 4
Die Themen des Förderunterrichts und deren
Zeitaufwand lassen sich auch in den weiteren Jahrgangsstufen nicht genau
festschreiben, sondern ergeben sich aus dem Sprachstand der Schüler. Behandelte
Themen, wie beispielhaft unter 2. 2. dargestellt, sind weiterhin anhaltend von
Bedeutung und werden mit gegebenenfalls steigenden Anforderungen ständig
wiederholt. Deshalb kann auf eine erneute Auflistung möglicher Themen und
Methoden an dieser Stelle verzichtet werden.
Die Erweiterung der sprachlichen
Handlungsfähigkeit in allen Teilbereichen ist nach wie vor Ziel des
Unterrichts. Besonders Schüler mit geringen Deutschkenntnissen bedürfen daher
auch längerfristig intensiver Förderung zur Erweiterung des Hörverstehens, zur
Optimierung der Aussprache, zur Erweiterung des Wortschatzes, zur Anwendung
einfacher Satzstrukturen und zur Sicherung angebahnter
Kommunikationsfähigkeiten.
Der Lese- und Schreiblehrgang für den
ausländischen Schüler ist gleichzeitig ein Teil des Spracherwerbsprozesses. Der
Förderunterricht begleitet diesen Prozess. Die Auswahl der Themenfolge erfolgt
auch in den Klassen 2, 3 und 4 weiterhin vom Bekannten, direkt Erfahrbaren zum
weniger Bekannten. Durch den Bezug zu Umwelt und Erfahrungsbereich werden die
Wortschatzarbeit und die Texterschließung ebenfalls wesentlich erleichtert.
7. Jahrgangsübergreifende
Maßnahmen
Darüber hinaus gehend soll die
Möglichkeit jahrgangsübergreifender ( und damit zumeist zusätzlicher) Förderung
im Rahmen äußerer Differenzierung auch für den 3. und 4.Jahrgang stärker
praktiziert werden. Dies muss geschehen auf der Grundlage und in der Folge einer
letztlich kontinuierlich durchzuführenden Lernstandsdiagnostik.
7. 1. Zahl der notwendigen
Förderstunden in den Klassen 2 – 4
Als Folge der Überlegungen
unter den Punkten 4 bis 6. sollten für den 2. Jahrgang insgesamt 7 Förderstunden
vorgehalten werden, die sich entsprechend dem aus dem Anfangsunterricht sich
ergebenden Bedarf aufteilen auf die unter den Punkten 3. 1. 1. und 3. 1. 2.
beschriebenen Maßnahmen.
Für den 3. und 4. Jahrgang sind
unter der gleichen Prämisse 4 bzw. 3 Stunden anzusetzen, so dass sich für die
Klassen 2 bis 4 rechnerisch ein Bedarf von 14 Stunden, insgesamt also für die
Schule ein Bedarf von 28 Wochenstunden ergibt.
(Bedarf: 14
Lehrerwochenstunden)
8. Förderung von Seiteneinsteigern
Die Zahl „klassischer“
Seiteneinsteiger ohne Deutschkenntnisse ist in den letzten Jahren kontinuierlich
zurückgegangen, so dass nur noch mit einzelnen Schülerinnen und Schülern zu
rechnen ist. Es sollte daher möglich sein, einzelne Schülerinnen und Schüler in
die beschriebenen Maßnahmen zu integrieren.
9. Einbindung in die Arbeit der
Offenen Ganztagsgrundschule
Die mit Beginn des Schuljahres
2004/05 an der
Grundschule Engelbertstrasse
eingerichtete Offene Ganztagsgrundschule (OGGS) wird zur Zeit in zwei Gruppen
von 50 Kindern besucht. Für das Schuljahr 2005/06 wird eine dritte Gruppe
geplant.
Der Anteil der Kinder mit
Migrationshintergrund ist mit 11 Kindern (22 %) im Vergleich zu den bisherigen
Einrichtungen „8-1“ und „13+“ erstaunlich hoch und entspricht in etwa dem Anteil
an der Gesamtschülerzahl der Schule.
Damit ergibt sich die Chance,
auch im Rahmen und zu Öffnungszeiten der OGGS Fördermaßnahmen durchzuführen für
jene Kinder, die ansonsten Anspruch auf Förderung in den Vormittagsstunden
gehabt hätten.
Damit bietet sich nicht nur die
Chance einer stärkeren Integration von schulischem Unterricht und OGGS. Die
Entflechtung mit den Vormittagsstunden ermöglicht auch stundenplantechnisch
Erleichterungen bezüglich des Einsatzes einer vollzeitbeschäftigten Lehrkraft
für Migrationsmaßnahmen.
10. Gesamtbedarf an
Lehrerwochenstunden: 28
Anlage:
Materialien zum Konzept „
Integrationshilfe für Kinder mit Migrationshintergrund“
Arbeitsmappe
Förderstunde (Kamp-Verlag
Praxis
Grundschule, Heft 1, Januar 1993
Arbeitshefte
„Deutsch für Ausländer“
Die Schultasche,
die Schule
Die Familie,
Spiele, STOP - Verlagsgesellschaft Abt. Lehrmittel, Am Walde 27, Wuppertal
Waltraud Sirch,
Deutsch macht Spaß, Auer - Verlag
Rosi Bednarik,
Mein erstes Deutschbuch, Diesterweg - Verlag
Ali, Bella,
Carlos, Heft 1 – 3, Oldenbourg – Verlag
Anlauf, Vorlauf,
Mitlauf, Hirschgraben – Verlag
Mein erstes
Deutschbuch, Auer – Verlag
Wir lernen
Deutsch mit Spiel und Spaß, Herder – Verlag
Mit Spielen
Deutsch lernen, Scriptor – Verlag
Mathematik für
Ausländerkinder, Auer – Verlag
Spiele: z. B.
Lesetelefon, Memory,
Spiele zu
Präpositionen
LÜK: Deutsch als
Fremdsprache
Materialien aus:
„Begegnung mit Sprachen“
Achtung - fertig
– Deutsch, Karteien 1 und 2, Westermann-Verlag
Vorhandene Software:
Alfons –
Lernwelt Deutsch 1 – 4, Schroedel – Verlag
Deutsch –
Diktate 3 – 4, Heureka – Klett
Fit in Deutsch,
Rechtschreiben 1-4, KHS, München
GESI – Übungen
zur Rechtschreibung mittels verschiedener Themengebiete, G. Paulke,
Grundschule /
Förderschule: 13 Programme u. Klassenliste, G. Paulke,
Lernpaket
Deutsch, 1-2, 3-4, Tandem – Verlag
Die neue
deutsche Rechtschreibung leicht & schnell
GUT 1 -
Grundwortschatz und Transfertraining (Rechtschreibprogramm), C & L, Baden-Baden
UNIWORT
(Universelles Worttraining), Eugen Traeger – Verlag
Lernprogramme
(Wahrnehmung u. a.), Eugen Traeger – Verlag
Löwenzahn –
Serien, tandem – Verlag
Mein erstes
Lexikon (500 Stichwörter)
Microsoft Encarta 2000 Enzyklopädie Plus
Microsoft- OFFICE 2000 professional class in a box (Word 2000, Excel, Powerpoint,
Access, Outlook)
Anhang 4:
|
 |
|
Grundschule Engelbertstraße
|
Einsatz
von Lehrkräften in der Offenen Ganztagsschule als Teil des individuellen
Förderkonzepts
Gruppengröße:
bis zu 6 Kinder
Dauer:
30 Minuten pro Fördereinheit
Modus:
Die Kinder werden auf Empfehlung der Klassenlehrerin oder der Erzieherinnen der
OGS in die Fördergruppen aufgeteilt. Die Fördergruppen bleiben über die Dauer
eines Halbjahres bestehen.
Ausnahme:
Die Theatergruppe formiert sich nach Neigung der Schüler.
Fördergruppen und Förderschwerpunkte:
Lernbereich Deutsch:
|
Leseförderung
Klasse 1: |
Vertiefung der
Lesefähigkeit, Förderung von Lesemotivation, sinnentnehmendes Lesen |
|
|
|
|
Leseförderung
Klasse 2/3: |
Vorlesen, betonter
Lesevortrag, Erweiterung der Lesemotivation, sinnentnehmendes Lesen,
Anbahnung von selbstvergessenem
Lesen
|
|
|
|
|
Schreibwerkstatt
Klasse 1-4: |
Übungen zur
Rechtschreibung (Entwicklung eines Rechtschreibgespürs), freies und
angeleitetes Schreiben, Entwicklung einer individuellen Handschrift
(Schönschrift) |
|
|
|
|
Theater Klasse
1-4: |
szenisches Spiel,
auswendig Lernen, sich mit Mimik und Gestik ausdrücken |
Lernbereich Mathematik:
|
Aufgabenverständnis Klasse 1 |
Herangehen an
Aufgabenstellungen, sinnentnehmendes Lesen, Umsetzung von Arbeitsaufträgen,
Sachrechnen, Rechengeschichten |
|
|
|
|
Aufgabenverständnis Klasse 2: |
Herangehen an
Aufgabenstellungen, sinnentnehmendes Lesen und Mathematisieren, Umsetzung
von Arbeitsaufträgen, Sachrechnen, Rechengeschichten |
|
|
|
|
Rechenförderung
(Arithmetik) Klasse 1-4: |
Aufarbeitung von
arithmetischen Defiziten, Aufbau des Stellenwertsystems, Rechenoperationen,
Zahlraumerschließung
|
|
|
|
|
Knobel- und
Denkaufgaben Klasse 1-4 |
Strategiespiele,
Zusammenhänge erkennen, Strukturen erkennen, Logisches Denken |
|